FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen sind am Montag mit leichten Kursverlusten in die Woche gestartet. Die Entwicklung im Wochenverlauf dürfte durch den Iran-Krieg und durch Notenbankentscheidungen bestimmt werden. Der richtungweisende Euro-Bund-Future gab um 0,12 Prozent auf 125,48 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf 3,02 Prozent.

Die Unsicherheit mit Blick auf den Iran-Krieg bleibt hoch. Diplomatische Bemühungen um ein Ende des Kriegs haben am Wochenende keine Fortschritte gemacht. US-Präsident Donald Trump sagte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan kurzfristig ab - zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans. Die Straße von Hormus bleibt damit fast vollständig geschlossen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni liegt weiter klar über der Marke von 100 US-Dollar. Der hohe Ölpreis sorgt weiter für Inflationsgefahren und dämpfen das Wirtschaftswachstum.

Den Reigen der Zinsentscheidungen eröffnet die Bank of Japan am Dienstag. Am Mittwoch folgen die Notenbanken aus den USA und Kanada. Am Donnerstag dann die Europäische Zentralbank und die Bank of England.

Obgleich am Donnerstag die Inflationsrate im Euroraum für April ansteht und auf 3,0 Prozent im Jahresvergleich zugelegt haben sollte, dürften die EZB-Vertreter aber zumindest in dieser Woche von einer Zinserhöhung absehen, schrieb Analyst Rene Albrecht von der DZ Bank. Auch die US-Notenbank dürfte die Leitzins-Spanne unverändert belassen. Die Marktteilnehmer gingen davon aus, dass sich die Zinspause noch länger hinzieht./jsl/jha/

Quelle: dpa-Afx