PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkten sind am Mittwoch erneut tiefer aus dem Handel gegangen. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den Zahlen mehrerer großer US-Technologieriesen wie Alphabet , Amazon und Microsoft hielten sich Anleger zurück.
Zum Handelsschluss gab der EuroStoxx 50 um 0,34 Prozent auf 5.816,48 Punkte nach. Es war der achte Handelstag in Folge mit Verlusten für den Index. Außerhalb des Euroraums verlor der britischen FTSE 100 mit 1,16 Prozent auf 10.213,11 Zähler. Der schweizerische SMI büßte 0,88 Prozent auf 13.031,90 Punkte ein./bek/he
Marktteilnehmer sprachen von einer zwiespältigen Lage. "Einerseits übt der Konflikt im Nahen Osten über die Energiepreise einen hohen Druck auf die Wirtschaft und über die Inflationsentwicklungen und die Geldpolitik der großen Notenbanken aus", so Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets. "Andererseits können viele Unternehmensdaten positiv überraschen und den trüben Konjunkturaussichten trotzen."
Zu den Gewinner zählten die Telekomwerte. Deutsche Telekom profitierten von Quartalszahlen der Mobilfunk-Tochter T-Mobile US und legten um 2,1 Prozent zu. Hinzu kam die anhaltende Rekordjagd von Nokia , die um fast 10 Prozent nach oben schnellten. Die Bank Jefferies vermutete, dass die Finnen einen Großauftrag von Google erhalten könnten.
Finanzdienstleister wurden von den Gewinnen der UBS-Aktie gestützt, die um gut drei Prozent anzog. Die Großbank habe starke Ergebnisse vorgelegt, die von einer regen Kundenaktivität profitiert hätten, so die Bank RBC.
Ölwerte waren weiterhin gefragt, gestützt von den anhaltend hohen Ölpreisen. Verluste gab es dagegen erneut bei den Pharmawerten. Astrazeneca sanken um 1,5 Prozent. Analyst Darren Nathan von der Investmentplattform Hargreaves Lansdown sprach zwar von soliden Quartalszahlen. Allerdings sei das Zahlenwerk zu unspektakulär, um der Aktie neue Impulse zu geben.
Ähnlich sah es bei GSK aus, die um 5,4 Prozent absackten. Dass der Pharmakonzern die Erwartungen übertroffen habe, scheine vor allem auf die aufgestockten US-Lagerbestände des Gürtelrose-Impfstoffs Shingrix sowie einmalige Einsparungen bei den Rechtskosten zurückzuführen zu sein, schrieb Analyst Zain Ebrahim von JPMorgan.
Unter den ebenfalls schwächelnden Autowerten sanken Volvo Car um fast vier Prozent. Der Autobauer hadert weiter mit einer schwachen Nachfrage./bek/he
Quelle: dpa-Afx