BASF galt lange als weltgrößter Chemiekonzern. Doch diese Position scheint zu wanken. CEO Markus Kamieth bleibt jedoch gelassen und sieht den wichtigsten Faktor nicht in der Größe des Unternehmens. Die Aktie kämpft derweil mit einem leichten Rücksetzer.
Der DAX-Konzern bekommt deutliche Konkurrenz aus China. Das Land gilt als wichtigster Chemiemarkt der Welt. Konzerne wie Petrochina und Sinopec wachsen stetig und machen nun auch BASF deutliche Konkurrenz - zumindest gemessen am Umsatz. Der Chef des Ludwigshafener Chemieproduzenten, Markus Kamieth, sagte vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) jedoch: "Größe per se ist für uns kein Ziel."
BASF setzt auf Werthaltigkeit
Lange hat BASF die Fahne für den europäischen Chemiesektor hochgehalten. Das Unternehmen erwirtschaftet aus dem kleinen Ludwigshafen heraus Milliarden-Umsätze. Im vergangenen Jahr wies der DAX-Konzern stolze 59,7 Milliarden Euro (68,9 Milliarden US-Dollar) aus. Mit dem Wachstumsmarkt China kann BASF aber kaum noch mithalten. Der Chemieriese Sinopec blickt auf Erlöse in Höhe von 68,5 Milliarden US-Dollar zurück und liegt somit nur noch knapp unter BASF. Auch Petrochina und die Syngenta Group legen deutlich nach.
Vor allem das Öl- und Gasgeschäft befeuern die Umsätze der beiden größten Konzerne, während sich die Syngenta Group zum Weltmarktführer für Pflanzenschutz und Saatgut etablierte. Gemessen an diesen Zahlen dürfte BASF in naher Zukunft das Nachsehen haben. Auf dem ICFW relativierte Kamieth die Lage jedoch: "Wir werden vielleicht nicht mehr das größte Unternehmen der Welt sein, da werden uns andere in der schieren Größe überholen. Aber wir werden eines der werthaltigsten Unternehmen in unserer Branche bleiben."
Auf Dividende setzen
BASF hat eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie für das abgelaufene Jahr ausgezahlt. Im "Globale Dividenden Stars"-Index von BÖRSE ONLINE finden Anleger weitere lukrative Dividendenaktien.
BASF-Aktie erlebt Rücksetzer
Rund drei Viertel des weltweiten Chemie-Wachstums vermutet Kamieth in China. Der gesamte europäische Sektor profitiert weiterhin von den Spannungen im Iran. Die Blockade der wichtigen Handelsroute dämpft die chinesische Exportwirtschaft derzeit. Endet der Iran-Krieg, fällt es auch chinesischen Firmen leichter, auf den europäischen Markt zu drängen.
Auf diesem sorgt eine Neubewertung durch die US-Großbank Goldman Sachs des Sektors für Aufsehen. Diese sprach die grundlegenden Probleme der Branche an. Neben einer geringen Nachfrage sind es auch steigende Rohstoffkosten, die für fallende Kurse sorgen. Trotz eines deutlichen Zuwachses des STOXX Europe 600 Chemicals um rund neun Prozent seit Jahresbeginn mussten einige Werte im Laufe der Woche Kursverluste hinnehmen. Hierzu zählt derzeit auch BASF. Die Aktie verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen einen Rücksetzer auf 48,60 Euro, was einem Minus von 4,5 Prozent entspricht.
Anleger müssen dennoch nicht panisch reagieren. BÖRSE ONLINE hat die BASF-Aktie erst kürzlich erneut empfohlen. In Heft 23/26 erfahren Sie im Quick-Check alles zu Kursziel und des noch nicht erreichten Stoppkurses des Titels. Zusätzlich zeigt der Mittwochmorgen bereits einen leichten positiven Trend und die Papiere notieren kurz nach Handelsstart bei 48,84 Euro (Stand: 10. Juni 2026, 9:30 Uhr).
Häufig gestellte Fragen
Was macht BASF eigentlich genau?
BASF ist ein weltweit tätiger Chemiekonzern, der Produkte und Vorprodukte für viele Industrien herstellt. Dazu gehören unter anderem Chemikalien, Kunststoffe, Beschichtungen und Agrarlösungen.
Wer ist Markus Kamieth?
Markus Kamieth ist der Vorstandsvorsitzende von BASF. Er steht damit an der Spitze des Unternehmens und prägt die strategische Ausrichtung, etwa bei Wachstum, Profitabilität und Standortpolitik.
Warum ist China für Chemiekonzerne so wichtig?
China ist einer der größten und wichtigsten Chemiemärkte der Welt. Dort entstehen große Teile der globalen Nachfrage, gleichzeitig wachsen dort auch starke Konkurrenten, die internationale Chemiekonzerne zunehmend unter Druck setzen.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
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