Der Fonds investiert in Zinspapiere aus Schwellenländern. Deren Bonität ist meist spekulativ, profunde Analysen der Managerin reduzieren das Risiko.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 10. Juni in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 25/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
Ob beim Fußball oder in der Weltwirtschaft: Der Aufstieg der Emerging Markets ist unübersehbar. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko erfüllt die Mehrheit der 48 Teilnehmerstaaten die vom Indexanbieter MSCI definierten Kriterien für ein Schwellenland. Ebenso eindrucksvoll ist ihr wirtschaftlicher Bedeutungsgewinn: Zum globalen Bruttoinlandsprodukt tragen sie inzwischen rund 60 Prozent bei, im Jahr 2000 waren es „nur“ 40 Prozent. Auch im weltweiten Anleihemarkt sind die sich entwickelnden Länder inzwischen ein wichtiger Player. Ihr Anteil ist seit dem Jahr 2000 von unter zwei auf 28 Prozent des Marktvolumens gestiegen.
Satte Zinsen in Schwellenländern kassieren
Am Beispiel der beiden WM-Gruppengegner Deutschlands, Ecuador und Elfenbeinküste, lassen sich die Chancen und Risiken der Anlageklasse Emerging Market Debt veranschaulichen. Alessandra Alecci, Fondsmanagerin des Carmignac Portfolio EM Debt, hat Staatsanleihen der beiden Länder hoch gewichtet. Ihr Ziel ist es, Bond-Emittenten frühzeitig zu identifizieren, deren wirtschaftliche Entwicklung die Markterwartungen übertreffen kann. Vor jeder Kaufentscheidung analysiert sie daher die infrage kommenden Länder sehr intensiv. Die Mühe lohnt sich. In drei Jahren legte der Fonds um 17 Prozent zu.
Für die Elfenbeinküste spricht: Der mit spekulativer Bonität („BB“) eingestufte westafrikanische Staat erzielte in den vergangenen 15 Jahren jährliche Wachstumsraten von im Schnitt sieben Prozent. Für das laufende Jahr wird ein Plus von 6,6 Prozent erwartet. Die Côte d’Ivoire zählt zu den wachstumsstärksten Ländern Afrikas. Die Dynamik kommt bei Investoren gut an.
Zudem diversifiziert die Regierung die bislang noch stark von Rohstoffen abhängige Wirtschaft. Die dazu notwendigen Investitionen werden mit Augenmaß finanziert. Das Land ist mit 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldet, der Anteil soll auf 56 Prozent sinken. Nicht auszuschließen, dass die Elfenbeinküste in wenigen Jahren von den Ratingagenturen mit Investment Grade beurteilt wird.
Ecuador stufen Bondanleger dagegen wesentlich riskanter ein. Das Land musste in der Vergangenheit schon mehrmals seine Auslandsschulden restrukturieren. Trotzdem hat sich Fondsmanagerin Alecci für ein Engagement entschieden. Die wirtschaftsfreundliche Regierung arbeitet eng mit dem Internationalen Währungsfonds zusammen, der Kreditvergaben an die Erfüllung strenger Reformauflagen knüpft. Im März dieses Jahres gelang dem Land die Rückkehr an den internationalen Kapitalmarkt. Ecuador sammelte vier Milliarden Dollar ein.
Fazit
Gut möglich, dass sich im Portfolio des Carmignac Portfolio EM Debt der künftige Fußballweltmeister befindet. Auch Anleihen Brasiliens und Argentiniens zählen zu den Favoriten der Managerin.