Warren Buffett zeigt mit Coca-Cola, wie stark Dividendenwachstum wirken kann. Seine persönliche Dividendenrendite beträgt mittlerweile 63 Prozent. Wie Anleger solche Aktien identifizieren – und welche drei Titel aktuell spannend sind.

63 Prozent persönliche Dividendenrendite – darüber kann sich Warren Buffett bei seiner Coca-Cola-Position freuen. Seit er die Aktie 1988 in sein Depot aufnahm, hat Coca-Cola seine Dividende in jedem einzelnen Jahr erhöht. Allein 2025 kassierte Berkshire Hathaway rund 816 Millionen Dollar an Dividenden von Coca-Cola – bei einem ursprünglichen Investment von rund 1,3 Milliarden Dollar.

Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass Dividendenwachstum auf lange Sicht oft mehr bewirken kann als eine anfangs hohe, aber stagnierende Dividende. Daher stellen wir in diesem Artikel drei Aktien vor, die ihre Ausschüttungen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen könnten – und damit auch die persönliche Dividendenrendite der Anleger Jahr für Jahr steigern.

Canadian Natural Resources – Ölriese mit 26 Jahren Dividendenwachstum

Dieser kanadische Öl- und Gasproduzent profitierte in den vergangenen Monaten stark von den erhöhten Energiepreisen infolge des Irankonflikts. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie bereits 34 Prozent im Plus (Stand: 15. Juni 2026). 

Die Dividendenpolitik ist im Unternehmen fest verankert: Am 5. März kündigte Canadian Natural Resources eine Quartalsdividende von 0,625 US-Dollar je Aktie an. Damit beträgt die aktuelle Dividendenrendite 3,85 Prozent. Zudem kaufte das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten rund 1,5 Prozent seiner eigenen Aktien zurück.

In einer Pressemitteilung betonte Canadian Natural Resources, dass die Dividende nun bereits seit 26 Jahren in Folge erhöht wurde. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Dividende lag in diesem Zeitraum bei 20 Prozent – ein enorm starker Wert über einen so langen Zeitraum. Auch in den kommenden Jahren dürfte die Dividende weiter steigen. Dafür spricht unter anderem das von Analysten erwartete Wachstum der Gewinne je Aktie von fast zwölf Prozent pro Jahr.

Zwar ist der Rückenwind durch die hohen Ölpreise infolge der Sperrung der Straße von Hormus vor allem kurzfristiger Natur. Das Management sieht jedoch auch mittel- bis langfristig attraktive Wachstumsaussichten aufgrund steigender Energienachfrage, geplanten Produktionssteigerungen und einer soliden Bilanz.

AngloGold Ashanti – hohe Dividende mit Goldpreis-Hebel

Deutlich spekulativer, aber auch wachstumsstärker, ist der globale Goldminenbetreiber AngloGold Ashanti. Durch den stark gestiegenen Goldpreis fährt das Unternehmen derzeit Rekordgewinne ein. Einen großen Teil davon gibt AngloGold Ashanti in Form quartalsweiser Dividenden an seine Aktionäre weiter. Die Dividendenrendite beträgt aktuell 4,12 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren wurde die Dividende im Schnitt um rund 65 Prozent pro Jahr erhöht.

Der Haken: Die Aktie ist – wenig überraschend – stark mit dem Goldpreis korreliert. Durch die Explosion des Goldpreises im vergangenen Jahr hat sich die Aktie 2025 mehr als verdreifacht. Seit ihrem Hoch Ende Februar 2026 hat sie jedoch wieder rund ein Drittel ihres Werts verloren, bedingt durch den schwächelnden Goldpreis (Stand: Schlusskurs vom 12. Juni 2026). Damit bleibt AngloGold Ashanti vor allem für einkommensorientierte Anleger interessant, die an einen dauerhaft hohen oder weiter steigenden Goldpreis glauben. So prognostiziert J.P. Morgan trotz kurzfristiger Schwäche einen Goldpreis von 6.000 bis 6.300 US-Dollar je Unze bis Ende 2026 – und damit im Mittel rund 42 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Anglogold Ashanti PLC (WKN: A3EQAK)

HSBC – Großbank mit Aufwärtsmomentum

Den Abschluss bildet mit HSBC ein etwas defensiverer Dividendentitel. Die britische Großbank zählt zu den größten Finanzinstituten der Welt und ist besonders stark in Asien, der Vermögensverwaltung, im Firmenkundengeschäft und im Zahlungsverkehr positioniert.

Trotz des vermeintlich langweiligen Bankgeschäfts entwickelte sich die Aktie zuletzt außergewöhnlich stark: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs verdreifacht. Allein in den vergangenen zwölf Monaten stieg die Aktie um 56 Prozent. Getrieben wurde der starke Kursanstieg vor allem durch eine höhere Bewertung. Anleger honorierten die hohe Kapitalrendite von 17,2 Prozent im Jahr 2025. Auch für die Jahre 2026 bis 2028 peilt das Management eine Rendite von mindestens 17 Prozent an. Zudem kommt am Markt offenbar gut an, dass HSBC die Kosten senkt und sich stärker auf margenstarke Bereiche konzentriert.

Die Aktie von HSBC bietet aktuell eine attraktive Dividendenrendite von rund vier Prozent. Zusätzlich kaufte die Großbank in den vergangenen zwölf Monaten rund 4,25 Prozent ihrer eigenen Aktien zurück. Auch in Zukunft will HSBC 50 Prozent des Gewinns an seine Aktionäre ausschütten. Die zentralen Wachstumstreiber sind das Geschäft in Asien, die Vermögensverwaltung und das internationale Firmenkundengeschäft. Weitere Kostensenkungen sollen eine dauerhaft hohe Profitabilität sichern.

Fazit: Dividendenrendite allein reicht nicht

Um die Dividendenkönige der Zukunft zu finden und sich langfristig attraktive Ausschüttungen zu sichern, reicht ein Blick auf die aktuelle Dividendenrendite nicht aus. Entscheidend sind neben dem Dividendenwachstum vor allem die Entwicklung des operativen Geschäfts, die Bewertung der Aktie und die Ausschüttungspolitik des Unternehmens.

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Häufig gestellte Fragen:

Was sind Dividendenkönige?

Dividendenkönige sind Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 50 Jahren in Folge erhöht haben. Sie gelten deshalb als besonders verlässliche Dividendenzahler.

Woran erkennt man Dividendenkönige der Zukunft?

Wichtig sind nicht nur eine attraktive Dividendenrendite, sondern auch Gewinnwachstum, eine solide Bilanz, eine nachhaltige Ausschüttungsquote und eine klare Dividendenpolitik.

Sind hohe Dividendenrenditen automatisch besser?

Nein. Eine hohe Dividendenrendite kann auch ein Warnsignal sein. Langfristig oft attraktiver sind Unternehmen, die ihre Dividende über viele Jahre stetig erhöhen können.

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