Die sogenannten Emerging Markets entwickeln nicht selten Dynamiken, die in etablierten Volkswirtschaften nur selten vorkommen. Jetzt sendet ein ETF aus einem solchen Markt ein seltenes Kaufsignal, das eine günstige Einstiegsmöglichkeit bieten könnte.
Ein seltenes technisches Signal könnte dem Schwellenland-Aktienmarkt in Brasilien frischen Rückenwind geben und eine günstige Einstiegschance bieten. Das zeigt eine Chartanalyse von i3-Invest-Experte Guilherme Tavares, über die SeekingAlpha berichtet. Demnach notiert der iShares MSCI Brazil ETF über seinem Einjahresdurchschnitt, was einen längerfristigen Trend signalisiert, während der 14-Tage-RSI (Relative-Stärke-Index) unter 27 liegt und einen Überverkauf andeutet. Diese Konstellation trat historisch erst sieben Mal auf.
Zwischen Trend und Dynamik: Technisches Signal sorgt für Einstiegschance
Für Anleger ist das vor allem deshalb interessant, weil diese gegenläufige Signalkombination in der Vergangenheit eine durchschnittliche Zwei-Monats-Rendite von 12,43 Prozent geliefert hat. In 86 Prozent der Fälle fiel die Entwicklung positiv aus.
Der Fonds liegt über seinem längerfristigen Trend, obwohl der RSI einen wichtigen Grenzwert unterschritten hat. Die Kombination aus kurzfristiger Schwäche und langfristigem Trend ist auch für Investoren spannend, die dem Prinzip "Kaufe die Schwäche in einem starken Markt" folgen.
Der Schwellenland-ETF beinhaltet einige Blue-Chip-Werte des brasilianischen Aktienmarktes. Dazu zählen Petrobras, Vale, B3 und Ambev. Weitere Titel wie Banco Bradesco, Itaú Unibanco, Sabesp, Nu Holdings und WEG diversifizieren den Fonds und stellen ihn breiter auf. Damit bildet der iShares MSCI Brazil ETF die Entwicklung des Landesmarktes ab und setzt darüber hinaus auf einige der wichtigsten Konzerne Brasiliens. Wer auf Schwellenländer setzt, bekommt mit dem Fonds einen indirekten Zugang zu wichtigen brasilianischen Aktien.
Von Gas profitieren
Als größter Flüssigöl-Konzern in Brasilien beherrscht Petrobras den heimischen Markt. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen auch mit Flüssiggas, sogenanntem Liquefied Natural Gas (LNG). Anleger, die auf den Rohstoff setzen, finden im Flüssiggas-Index von BÖRSE ONLINE weitere Werte aus Europa und Amerika.
Das sollten Anleger beachten
Potenzielle private und kommerzielle Investoren sollten dennoch nicht ausschließlich dem Chartsignal vertrauen. Muster zu erkennen und diese für die eigene Strategie zu nutzen, ist ein guter Anfang, ersetzt jedoch keine Fundamentalanalyse. Gerade bei Schwellenländer-ETFs spielen neben der Charttechnik auch Wechselkurse, Rohstoffpreise, globale Risikostimmung und die Politik eine entscheidendere Rolle als etwa bei einem breiter gestreuten Welt-ETF. Auch eine erhöhte Volatilität ist in schwachen Marktphasen nicht ausgeschlossen.
Tavares verweist konkret auf den US-amerikanischen Leit-ETF iShares MSCI Brazil ETF. Deutsche Privatanleger können diesen US-Fonds aufgrund von EU-Regulierungen zwar in der Regel nicht direkt ins Depot legen, müssen aber auf die beschriebene Einstiegschance nicht verzichten. Mit dem iShares MSCI Brazil UCITS ETF gibt es an deutschen Börsen ein europäisches Äquivalent. Dieser bildet denselben Markt ab, enthält nahezu identische Schwergewichte wie den Rohstoffkonzern Vale oder den Ölriesen Petrobras und partizipiert somit ebenfalls an der prognostizierten Aufwärtsbewegung.
Bis zu 150 Prozent Potenzial
Nicht nur in Schwellenländern sind Wachstumschancen möglich. Im Aktienreport "Historische Kaufchance" finden Anleger jetzt drei Werte, die ein Potenzial von bis zu 150 Prozent bieten - und das bei hochprofitablen Konzernen.
Häufig gestellte Fragen
Wie reagieren Schwellenländer-ETFs typischerweise auf einen starken US-Dollar?
Ein starker US-Dollar kann für Schwellenländer-ETFs belastend sein, weil Kapital in die USA abfließt und sich die Finanzierungskosten für viele Unternehmen in Emerging Markets erhöhen. Besonders export- und rohstoffabhängige Märkte reagieren dann oft deutlich sensibler auf Marktstimmung und Zinsänderungen.
Welche Rolle spielt Petrobras für den brasilianischen Aktienmarkt?
Petrobras ist für den brasilianischen Markt ein Schwergewicht und beeinflusst die Entwicklung des Index oft spürbar. Weil das Unternehmen stark von Ölpreisen, politischem Einfluss und staatlichen Entscheidungen abhängt, kann es die Stimmung im gesamten Markt mitprägen.
Ist ein technisches Kaufsignal bei einem ETF schon ein guter Kaufgrund?
Ein technisches Kaufsignal kann ein nützlicher Hinweis sein, ersetzt aber keine Analyse der fundamentalen Lage und der makroökonomischen Risiken. Gerade bei ETFs auf einzelne Länder sollten Anleger zusätzlich auf Währung, Politik, Rohstoffe und die allgemeine Risikoneigung am Markt achten.
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