Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Jahresprognose für Gold drastisch nach unten korrigiert. Grund ist die erwartete Zinspolitik der Fed.
Der Goldpreis steht weiter unter Druck. Goldman Sachs hat nun sein Kursziel für Gold zum Jahresende um 500 Dollar je Unze gesenkt – und begründet diesen Schritt mit der Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen bis Ende 2026 unverändert lassen wird.
Goldman Sachs senkt Goldpreis-Ziel drastisch
Das neue Ziel von 4.900 Dollar je Unze für Dezember impliziert zwar, dass Gold in der zweiten Jahreshälfte noch zulegen dürfte – allerdings deutlich weniger als bislang angenommen, wie mehrere US-Medien berichten.
In einer Analyse schreiben die Goldman-Sachs-Experten Lina Thomas und Daan Struyven: „Unsere Einschätzung zum Goldpreis bleibt strukturell konstruktiv, taktisch jedoch vorsichtig – mit kurzfristigen Abwärtsrisiken und mittelfristigen Aufwärtschancen."
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Fed-Entscheidung spielt bei Goldpreis große Rolle
Eine große Rolle beim Goldpreis spielen die Entscheidungen der US-Notenbank. Die Fed hatte in dieser Woche die Zinsen erneut unverändert gelassen, aber mögliche Zinserhöhungen noch im laufenden Jahr angedeutet.
Sollte die Fed tatsächlich die Zinsen anheben, „könnte die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen makroökonomische Risiken nachhaltig zurückgehen", schreiben die Analysten. In diesem Szenario sehen die Experten den Goldpreis bis Jahresende bei lediglich 4.400 Dollar je Unze.
Zudem sind die Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank gesunken. US-Präsident Donald Trump hatte den vorherigen Fed-Chef Jerome Powell mehrfach attackiert, weil dieser seinem Wunsch nach Zinssenkungen nicht nachgeben wollte und daraufhin mit Kevin Warsh seinen Wunschkandidaten auf den Chefposten gehievt. Nun ist aber die erste Fed-Entscheidung unter ihm laut Goldman Sachs “überraschend restriktiv" ausgefallen, was sich auch unmittelbar auf den Goldkurs auswirkt.
Gold im Sinkflug: US-Dollar “im Rampenlicht”
Der Goldpreis notiert momentan bei 4.161,13 US-Dollar, bzw. 3.632,35 Euro (19. Juni, 10:15 Uhr) Die Goldpreise sind nach einem kurzen Hoch infolge des angekündigten Iran-Abkommens wieder gesunken und auf Kurs für den dritten Wochenverlust in Folge. „Die Goldrally im Zuge des US-Iran-Friedensabkommens erwies sich als kurzlebig. Der wiedererstarkte US-Dollar, befeuert durch den falkenhaften Ton der Fed unter Kevin Warsh, hat das Rampenlicht übernommen“, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, dazu.
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Häufige Fragen
Wer ist Goldman Sachs?
Die Goldman Sachs Group, Inc. ist eine der weltweit größten und einflussreichsten Investmentbanken und Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in New York City. Das 1869 gegründete Unternehmen dominiert den globalen Wertpapierhandel, die Vermögensverwaltung und die Beratung bei Fusionen und Übernahmen (M&A).
Was ist die Fed?
Die Fed (kurz für Federal Reserve System) ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten und damit eine der mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt. Die Hauptaufgabe der Fed ist die Steuerung der US-Geldpolitik, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Warum beeinflusst die Zinspolitik der Fed den Goldpreis so stark?
Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab. Steigen die Zinsen, werden verzinsliche Anlagen wie Anleihen im Vergleich attraktiver, was die Nachfrage nach Gold und damit dessen Preis drückt. Umgekehrt profitiert Gold in Niedrigzinsphasen.