Nach dem deutlichen Preisrückgang der letzten Wochen eröffnet sich eine Turnaround-Chance, da die Nachfrage das Angebot weiterhin übersteigt.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 27. Mai in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 23/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
Die jüngste Preiskonsolidierung am Rohstoffmarkt macht auch vor Palladium nicht halt. Notierte das Edelmetall zu Jahresbeginn im Zuge geopolitischer Verwerfungen im Nahen Osten und spekulativer Käufe noch bei über 1.700 US-Dollar je Feinunze, hat sich das Blatt in den letzten Wochen gewendet. Aktuell notiert der Rohstoff bei rund 1.389 Dollar. Dieser Kursrutsch um fast 20 Prozent in wenigen Monaten setzt der dynamischen Erholung des vergangenen Jahres ein jähes Ende.
Die Gründe für die jüngste Entwicklung sind vielschichtig. Zum einen ist die geopolitische Risikoprämie weitgehend verflogen, da sich die Lage im Iran-Konflikt temporär beruhigt hat und spekulatives Kapital abwandert. Zum anderen schlägt die in den Vorjahren vertraglich vereinbarte Substitution durch Platin in der Automobilindustrie operativ voll durch — ein Trägheitseffekt, obwohl Platin mit aktuell rund 1.944 Dollar je Unze deutlich teurer ist. Zudem hat die US-Automobilbranche ihre Lagerbestände nach Vorratskäufen im Spätjahr 2025 vorerst gesättigt.
Turnaround-Potenzial
Doch genau dort liegt der Katalysator für den Turnaround. Fundamental ist der Markt weiterhin eng. Analysten erwarten mehrheitlich, dass Palladium 2026 auf das fünfte Defizitjahr in Folge zusteuert, da das globale Angebot mit prognostizierten 9,19 Millionen Unzen die Nachfrage von 9,56 Millionen Unzen nicht decken kann. Zwar erleben reine Elektroautos durch die gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs aktuell einen Nachfrageboom (mehr dazu lesen Sie ab Seite 36), doch bricht der Bedarf im verbleibenden Verbrennersegment nicht ein. Dort verdrängen Hybridantriebe, die aufgrund kombinierter Abgasreinigung oft größere Mengen Palladium benötigen, die reinen Benzinmotoren.
Für die zweite Jahreshälfte sollte sich beim Palladiumpreis daher eine Bodenbildung zeigen. Nach einer Seitwärtsphase im Sommer dürfte die Knappheit den Preis im vierten Quartal wieder in Richtung der Marke von 1.550 Dollar treiben. Das aktuelle Niveau ist fundamental nicht gerechtfertigt und bietet mutigen Anlegern ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.
Fazit
Wer von einer Seitwärtsbewegung profitieren möchte, greift zum ausgewählten Discount-Call. Dessen Break-even bei 1.324 Dollar liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs, der Cap bei 1.400 Dollar ist schon fast erreicht. Risikoaffine Anleger können mit dem gehebelten Turbo-Long die erwartete Erholungsbewegung im vierten Quartal ausschöpfen, setzen aber einen Stopp.