LONDON (dpa-AFX) - Der Goldpreis ist am Dienstag gesunken. Am frühen Nachmittag wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 4.115 US-Dollar gehandelt und damit 75 Dollar tiefer als am Vortag. Zeitweise ist die Notierung knapp unter 4.100 Dollar gerutscht und hielt sich damit nur knapp über dem tiefsten Stand seit November, der am 11. Juni erreicht worden war.

Der Rückgang beim Goldpreis erfolgte zeitgleich zu einer allgemeinen Dollar-Stärke. Am frühen Nachmittag hat der Dollar im Handel mit allen anderen wichtigen Währungen an Wert gewonnen. Der Kurs des Euro ist im Gegenzug bis auf 1,1383 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2025. Da Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht ein starker Dollar das Edelmetall teurer, was die Nachfrage bremst und den Preis belastet.

Neben Gold ist auch der Preis für Silber unter Druck geraten. Allerdings fiel der Preisrückgang hier deutlich stärker aus. Eine Feinunze wurde zuletzt bei 61,98 Dollar gehandelt und damit fast fünf Prozent niedriger als am Vortag.

Ein Grund für die Dollar-Stärke sind auch jüngste Aussagen des US-Notenbankchefs Kevin Warsh, der bei seinem ersten Auftritt als Vorsitzender der Fed die Bedeutung der Preisstabilität besonders hervorgehoben hatte. An den Finanzmärkten wurde dies als Hinweis für eine mögliche Zinserhöhung im weiteren Verlauf des Jahres gedeutet, was dem Dollar Auftrieb gab.

Die Neubewertung der US-Zinspolitik in Verbindung mit robusten US-Konjunkturdaten sind nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Deutschen ausschlaggebend für den Rückgang des Goldpreises. Das Institut hat zudem ihre Preisprognose für das dritte Quartal auf 4.300 Dollar je Feinunze gesenkt, und damit um mehr als ein Fünftel im Vergleich zur vorherigen Schätzung./jkr/jsl/jha/

Quelle: dpa-Afx