Eine neue Flotte, Kostensenkungsmaßnahmen und eine erfolgreiche Integration von ITA könnten dafür sorgen, dass die zuletzt starke Kursentwicklung auch künftig anhält.

Die Lufthansa ist Europas Platzhirsch der Lüfte — und dennoch unter Zugzwang. Für Vorstandschef Carsten Spohr steht die Effizienz mehr denn je im Fokus. Zwar kehren die Passagiere zurück. Doch sucht der Konzern 2026 sein Heil in der weiteren Optimierung, Synergien, einem harten Kostensenkungsprogramm und dem Aufbau einer neuen Flotte: Mit einem milliardenschweren Erneuerungsprogramm mit dem Dreamliner und dem A350 will Lufthansa einen Effizienzschub erreichen. Jeder neue Großraumjet bringt laut Management rund zehn Millionen Euro Ebit-Plus pro Jahr, vor allem dank Treibstoffersparnis, niedrigeren Wartungskosten und einer deutlichen Reduktion der Komplexität in der Flotte.

Dazu kommt, dass der Konzern mit einem harten Sparprogramm Hunderte Millionen Euro heben will. Ziel ist es, bis 2030 weltweit rund 4000 administrative Stellen abzubauen, Prozesse zu digitalisieren und alle Konzernfunktionen radikal zu verschlanken — von der Beschaffung über die IT bis zum Flottenmanagement.

Auf dem Kapitalmarkttag im September hatte der Konzern klare mittelfristige Ziele vorgegeben: Eine adjustierte Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent, ein freier Cashflow von mehr als 2,5 Milliarden Euro und eine Mindestliquidität von acht bis zehn Milliarden Euro. Zudem sollen Syner­gien zwischen den Konzernteilen gehoben werden: Weniger Flugzeugtypen bedeuten weniger Kosten für Ersatzteile, Training und Personal.

Die Integration von ITA Airways, die Vereinheitlichung von Buchungssystemen sowie eine höhere Auslastung und bessere Steuerbarkeit der Netzwerke sollen ebenfalls Synergien bringen.

Weit vorn rangiert zudem Lufthansa Technik als globaler Marktführer bei MRO (Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen). Seit Jahren liefert die 100-Prozent-Tochter der Fluggesellschaft starke Ergebnisse, auch wenn sie ab und an etwas schwanken.

Auf dem Weg nach oben
Lufthansa
Dreamliner: Die Boeing 787-9 ist ein zentraler Baustein der Lufthansa für eine Treibstoff­reduzierung und geringere Wartung. Das Ergebnis soll letztlich besser werden.
Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Aktie mit Luft nach oben

Zwar wurden Pläne einer Veräußerung 2023 gestoppt, könnten künftig jedoch wieder in den Fokus rücken. Gerade in der Sparte Technik und in Nebenbereichen wie Cargo könnte der Konzern perspektivisch Abspaltungen oder Teilverkäufe prüfen, um Werte zu heben und sich zu verschlanken. Der Aktienkurs befindet sich momentan wieder im Steigflug. Seit einem Jahr hat er mittlerweile um 35 Prozent zugelegt. Allerdings ist der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nicht einmal sieben noch nicht hoch bewertet und könnte mittelfristig das Zwischenhoch von elf Euro wieder erreichen.

Zusätzliche Fantasie kommt von einem möglichen Kriegsende in der Ukraine. Ein Friedensschluss könnte dazu führen, dass der russische Luftraum für Flüge nach Asien wieder geöffnet wird. Anleger stocken ihren Aktienbestand bei der Airline etwas auf. Wir erhöhen das Kursziel von zehn auf elf Euro und ziehen den Stoppkurs leicht nach.

Deutsche Lufthansa
BO Data/small charts

DIeser Artikel stammt aus BÖRSE ONLINE 07/2026

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