Luxusaktien hatten an der Börse zuletzt einen schweren Stand. Doch das Tal der Tränen könnte überwunden sein, wie die heutigen Quartalszahlen eines prominenten Vertreters der Branche zeigen.

Mit großer Erleichterung haben Anleger am Dienstag auf die Geschäftszahlen von Kering reagiert. An der Pariser Börse schnellte der Aktienkurs des Luxuskonzerns, zu dem unter anderem Marken wie Gucci gehören, um 13 Prozent nach oben bis auf 293,70 Euro. Das war der höchste Stand seit Mitte Januar. Am Mittag gaben die Papiere jedoch wieder etwas ab und notierten um 14 Uhr bei 277 Euro noch knapp sieben Prozent im Plus.

Im Vorfeld der Zahlen war der Kurs in den vergangenen Wochen unter Druck geraten und am Freitag auf den tiefsten Stand seit Mitte September gefallen. Seit Oktober 2025 hat die Aktie fast 20 Prozent verloren.

Kering (WKN: 851223)

Abschwung bei Gucci verlangsamt sich

Kering hatte am Morgen für die wichtigste Marke Gucci einen Umsatzrückgang um mehr als ein Fünftel auf knapp sechs Milliarden Euro in 2025 gemeldet. Der Konzernumsatz sank sogar um 13 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Dadurch knickte der bereinigte operative Gewinn um ein Drittel auf gut 1,6 Milliarden Euro ein, der Nettogewinn schmolz auf nur noch 72 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Kering noch einen Jahresüberschuss von gut 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Dass die Kering-Aktie dennoch stieg, lag daran, dass der freie Fall bei Gucci gestoppt scheint. Der Umsatz der Edelmarke fiel auf vergleichbarer Basis zum Jahresende um zehn Prozent und damit weniger statk als noch im dritten Quartal. Analysten hatten damit bereits gerechnet.

Kering-Aktionären winkt Sonderdividende

Die Aktionäre sollen dennoch eine Dividende von insgesamt 3,00 Euro je Anteilsschein erhalten. 1,25 Euro davon wurden bereits im Januar als Zwischendividende ausgeschüttet, der Rest soll im Juni folgen. Zudem stellt die Unternehmensführung eine Sonderausschüttung von einem Euro je Aktie in Aussicht. Das Geld stammt aus dem Verkauf von Kering Beauté an den Kosmetik- und Körperpflegekonzern L'Oréal, den der neue Konzernchef Luca de Meo im ersten Halbjahr abgeschlossen haben will. Der frühere Boss des Autoherstellers Renault war erst vor wenigen Monaten auf den Chefsessel berufen worden.

Kursziel lässt noch 24 Prozent Luft nach oben

De Meo will nun die Trendwende vorantreiben. 2026 soll der Kering-Konzern wieder wachsen. An der Börse kam die Aussicht auf Rückkehr zum Wachstum hervorragend an. Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank sieht den Luxusgüterkonzern sogar am Start einer mehrjährigen Erholung. Die Geschäftszahlen für 2025 sollten die Investoren daran erinnern, wohin nun die Reise gehe, schreib er in einer ersten Reaktion. Darauf deute die solide Verbesserung im vierten Quartal im Vergleich zum dritten Jahresviertel hin. Er beließ sein Votum für die Aktie zwar auf Halten, das Kursziel von 300 Euro liegt aber acht Prozent über der aktuellen Notiz. Auch die „Neutral“-Empfehlung der UBS wirkt ein bisschen schräg angesichts eines Kursziels von 345 Euro. Damit hätte die Aktie mehr als 24 Prozent Kurspotenzial. Insofern klingt die UBS-Einschätzung eher wie ein klarer Kauf.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Kering.

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Enthält Material von dpa-AFX