Pershing Square Capital, geführt von US-Investor Bill Ackman, hatte vor, den weltgrößten Musikkonzern zu übernehmen. Jetzt ist das Angebot allerdings erst einmal vom Tisch. Eine negative Marktreaktion bleibt nicht aus.

Bereits am Freitagabend hat Universal Music mitgeteilt, dass die Offerte von Pershing Square Capital zu niedrig sei. Nach seiner Sitzung war der Aufsichtsrat überzeugt, dass die Ablehnung auf breite Zustimmung stoße. Am Montagmorgen reagierte der Markt sofort und so gab die Aktie von Universal Music in Amsterdam nach.

Schwierige Übernahmebedingungen

Der Kurs fiel um 1,5 Prozent auf 19,21 Euro. Allerdings schien dies noch nicht auszureichen: Mittlerweile notiert die Aktie bei 18,96 Euro, was einem Minus von 2,77 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Freitag entspricht. Damit fällt auch die Bewertung des Unternehmens unter 35 Milliarden Euro. Ackman bot 56 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres fiel der Kurs bereits um über 30 Prozent. Neben dem US-Investor, der aktuell rund 4,7 Prozent Anteile hält, gehören auch Tencent (11,5 Prozent), Vivendi (13,4 Prozent) und der französische Milliardär Vincent Bolloré (18,5 Prozent) zu den größten Aktionären.

Vor allem letzterer scheint an einer Übernahme zum genannten Preis nicht interessiert zu sein. Der Sohn des Großaktionärs hatte bereits verlautbart, dass das Angebot nicht ausreiche und das Angebot deshalb abzulehnen sei. Stimmt der Milliardär aus Frankreich nicht zu, kann Pershing den Kauf nicht vorantreiben. Ziel der Transaktion ist es, den Musikkonzern mit dem Akquisitionsvehikel Sparc Holdings zu verschmelzen.

Profit durch Übernahme

Firmenübernahmen können für Anleger durchaus positiv ausfallen. Möchten Sie von solchen Geschäftspraktiken profitieren, empfiehlt sich ein Blick in den "German Mergers & Acquisitions"-Index von BÖRSE ONLINE.

Universal Music Group (WKN: A3C291)

Trotz Kaufsignal: Darauf sollten Anleger jetzt achten

Das exakte Angebot, das die Pershing Square Capital Anfang April vorlegte, liegt bei 30,40 Euro je Aktie. Dadurch erhalten Anteilseigner 5,05 Euro je Aktie in bar und zusätzlich 0,77 Aktien der neuen Gesellschaft für jeden gehaltenen Universal-Titel. Die Vereinbarung würde Universal Music jedoch zu einem US-Börsengang zwingen. Diesen hatte das Unternehmen erst im März hinausgezögert und das unsichere Marktumfeld als Grund dafür genannt. 

Mit Künstlern wie Taylor Swift und Lady Gaga hat Universal Music einige der größten Musikerinnen und Musiker des aktuellen Jahrzehnts unter Vertrag. Dennoch kann sich die Aktie in Amsterdam nicht halten und könnte am heutigen Tag erneut einen negativen Börsentag erleben. Kann Ackman den Milliardär Bolloré umstimmen, dürfte der Übernahme und somit auch einer Taylor Swift-Aktie an der Wall Street allerdings kaum noch etwas im Wege stehen.

BÖRSE ONLINE empfiehlt

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Weiterführende Links

FAQ

Warum wurde die Übernahme von Universal Music abgelehnt?

Weil Pershing Square Capital nach Ansicht des Unternehmens zu wenig geboten hat.

Wer sind die wichtigsten Anteilseigner von Universal Music?

Zu den größten Aktionären gehören Tencent, Vivendi, Vincent Bolloré und Pershing Square Capital.

Was bedeutet die Ablehnung für Anleger?

Kurzfristig sorgt sie für Unsicherheit und Druck auf den Kurs, langfristig bleibt ein Übernahme-Szenario aber möglich.