Neue Analystenstimmen sorgen für Bewegung bei der BASF-Aktie: Goldman Sachs hebt das Kursziel deutlich an. Kann sich der Chemiekonzern operativ stabilisieren? Charttechnisch kommt es jetzt vor allem auf eine Marke an.
Die Aktie von BASF steht diese Woche im Fokus der Anlagen. Nach den vorläufigen Zahlen für 2025 zeigen sich erste Häuser wieder optimistischer für den Chemieriesen – allen voran Goldman Sachs liefert eine markante Kurszielerhöhung.
Vorläufige Zahlen zeigen Stabilisierungstendenzen
Mit den am 22. Januar veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen signalisierte BASF eine operative Entwicklung im Rahmen der Erwartungen, auch wenn das EBIT vor Sondereinflüssen teilweise unterdem Konsens lag. Der Chemieriese kämpft weiterhin mit einer schwachen Industrienachfrage und anhaltendem Preisdruck in einzelnen Segmenten. Gleichzeitig deutet der Cashflow auf Fortschritte bei Effizienzmaßnahmen und Portfolioanpassungen hin.
Strikt fundamental orientiere Investoren achten nun verstärkt darauf, ob sich die zyklischen Rahmenbedingungen im Chemiesektor 2026 tatsächlich schrittweise verbessern. Zuletzt halfen Meldungen dem Kurs, wonach die EU energieintensiven Branchen wie der Chemieindustrie länger als bisher geplant kostenlose Emissionszertifikate gewähren will.
Wir werfen nun einen Blick auf die Analystenmeinungen und die (chart-)technische Lage.
Goldman Sachs wird deutlich bullisher
Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit eine Studie von Goldman Sachs: Die Analysten bestätigten ihr Buy-Rating und erhöhten das Kursziel deutlich von 48 auf neu 62 Euro. Begründet wird dies mit einer möglichen zyklischen Wende im Chemiesektor sowie einer attraktiveren Bewertung nach der längeren Schwächephase. Auch andere Häuser zeigen sich zumindest bullisch – etwa Bernstein Research mit einem positiven Votum.
Trotzdem gibt es weiterhin skeptische Stimmen: Einige Researchhäuser verweisen weiterhin auf strukturelle Herausforderungen wie Überkapazitäten oder anhaltenden Margendruck und positionieren sich entsprechend vorsichtiger.
Insgesamt bietet sich damit ein polarisiertes Analystenbild. Dieses ist gerade in Phasen möglicher Trendwechsel häufig zu beobachten ist und kann Anlegern daher sogar Mut machen.
Charttechnisch steht der BASF-Aktie ein großer Kampf bevor
Nachdem die BASF-Aktie den charttechnischen Widerstand bei rund 49 und den psychologischen Widerstand von 50 Euro erfolgreich überwunden hat, ist nun das große Besteck erforderlich:
Der nächste maßgebliche Widerstand liegt bei rund 53 Euro – und dieser spielte seit 2008 (!) regelmässig eine wichtige Rolle (rote Linie in der nachfolgenden Darstellung). 2023, 2024 und 2025 startete die BASF-Aktie jeweils einen Versuch, diesen Widerstand zu überwinden – stets ohne Erfolg. Anschließend erfolgte jeweils eine Korrektur in mehreren Etappen auf rund 40 Euro.
Falls es der BASF-Aktie diesmal tatsächlich gelingen sollte, den Widerstand erfolgreich zu nehmen, wäre danach charttechnisch der Weg nach oben frei bis in den Bereich von knapp 70 Euro (untere blaue Linie in der obigen Darstellung). Dies entspräche einem Kurspotential von 32 Prozent!
Anleger, die bereits investiert sind, sollten die Chancen und Risiken dieser Situation gut abwägen. Eventuell kann es auch schlau sein, im Bereich von 53 Euro Teilverkäufe zu planen und dann, je nach Entwicklung, die Restposition laufen zu lassen oder ebenfalls zu schließen. Denn der Widerstand ist durchaus beachtlich - und hartnäckig.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Globale Dividenden-Stars Index» glücklicher.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.