Fortum bietet für Uniper - was ist für Anleger drin?
· Börse Online Redaktion
Eon, wo neben den regenerativen Energien auch die Atomkraftwerke verblieben sind, hat zwar dank einer Steuerrückzahlung vom Bund wieder etwas Geld auf der hohen Kante. Doch die durch einen Verkauf der Uniper-Anteile eingenommenen rund 3,8 Milliarden Euro würden die Situation weiter verbessern - und würden benötigt, ginge es etwa an den Rückbau der Atommeiler.
Doch Uniper ist skeptisch und will über das Angebot von Fortum erst Anfang 2018 entscheiden. Ein erstes Angebot von 19 Euro pro Aktie hatte Uniper bereits Anfang des Jahres abgelehnt. Vorstandschef Klaus Schäfer hält das Angebot für einen feindlichen Übernahmeversuch.
Schäfer setzt offiziell darauf, dass Uniper alleine am Markt besteht. Die Zahlen des ersten Halbjahres haben bewiesen, dass Uniper mitnichten ein Abwickler von konventionellen Kraftwerken ist. Der Umsatz stieg um rund 12 Prozent auf 37,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sprang auf 1,1 Milliarden Euro - 2016 hatte Uniper aufgrund der hohen Kosten des Spin-Offs einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro verzeichnet.
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Zwar spricht einiges für die Uniper-Aktie: Die Zahlen stimmen wieder und dass Vorstandschef Klaus Schäfer mit der Anhebung der Prognose auch eine Dividendenerhöhung von 25 statt der ursprünglich geplanten 15 Prozent vorgeschlagen hat, klingt überzeugend. Doch Anleger sollten abwarten, ob die Partei "Die Grünen" in den Bundestag einziehen wird. Das erklärte Ziel der Umweltschützer ist die Abschaltung von Kohlekraftwerken - und das ist ein Risiko für die Uniper-Geschäfte. Zudem hat die Aktie hat nach Bekanntgabe der Offerte ein neues Rekordhoch erreicht. Die Übernahmefantasien sind soweit eingepreist. Und Uniper will sich erst Anfang 2018 entscheiden.
Kursziel: 25 Euro
Zielkurs: 17 Euro
Buchtipp: Technische Analyse von Aktientrends
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Autoren: Edwards, Robert D.
Magee, John
Bassetti, W.H.C.
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Erscheinungstermin: 10.02.2022
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-737-7