Einer der größten Apple- und Nvidia-Zulieferer hat am Montag ein starkes Umsatzplus gemeldet. Angetrieben wird das Wachstum vom globalen Ausbau von KI-Rechenzentren – und von Apples Aufholjagd auf Samsung.

Der taiwanesische Auftragsfertiger Hon Hai Precision Industry, besser bekannt als Foxconn, hat im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Umsatzsprung verzeichnet. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent – das ist deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Insgesamt erzielte der Konzern im Quartal bis Ende Dezember 2,6 Billionen Taiwan-Dollar (rund 82,6 Milliarden US-Dollar). Der Marktkonsens hatte lediglich bei etwa 2,4 Billionen Taiwan-Dollar gelegen.

Haupttreiber des Wachstums ist der weltweit beschleunigte Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Große Technologiekonzerne investieren massiv in neue Infrastruktur, wovon Foxconn als wichtiger Server- und Systemzulieferer direkt profitiert. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit Nvidia, für die Foxconn eine zentrale Rolle bei der Montage von KI-Servern spielt.

Foxconn Interconnect Tech. Ltd. (WKN: A2DT6V)

Neue Fertigungslinien in den USA

Um der hohen Nachfrage - und dem Druck der US-Regierung - gerecht zu werden, weitet Foxconn nun auch seine Produktion in den USA aus. Geplant ist der Aufbau zusätzlicher KI-Server-Kapazitäten in Wisconsin und Texas, wo der Konzern bereits über Standorte verfügt. Der Schritt gilt auch als Reaktion auf die Exportkontrollen Donald Trumps für Technik von Konzernen wie Nvida und AMD und das gestiegene Sicherheitsinteresse bei kritischer KI-Infrastruktur. 

Mit Foxconn sendet damit ein weiterer wichtiger Zulieferer von Nvidia Signale für eine Fortsetzung des KI-Booms. Nvidia selbst und sein Speicherpartner Micron Technology hatten zuletzt erneut betont, dass die Nachfrage nach KI-Hardware in den kommenden Quartalen hoch bleiben dürfte. Nvidia rechnet allein im laufenden Quartal mit Umsätzen von rund 65 Milliarden US-Dollar – etwa drei Milliarden mehr als zuvor erwartet. Zudem stellte der Konzern in Aussicht, dass die erwarteten KI-Erlöse in den kommenden Quartalen sogar die bisherigen Prognosen übertreffen könnten.

Weiterhin Sorgen vor KI-Blase

Trotz der starken Zahlen halten sich an der Börse jedoch auch skeptische Stimmen zum KI-Boom. Viele Investoren sorgen sich, dass die enormen Investitionen der Tech-Giganten noch für lange Zeit keine sichtbaren Renditen liefern werden. Laut Daten von Bloomberg werden die Investitionsausgaben von Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta in diesem Jahr um 34 Prozent auf rund 440 Milliarden US-Dollar steigen.

Kritisch wird auch die enge Verflechtung innerhalb der Branche gesehen: Investitionen und Aufträge zirkulieren häufig zwischen wenigen großen Playern wie OpenAI und börsennotierten Tech-Konzernen – was die Frage nach der langfristigen Tragfähigkeit des Modells aufwirft.

Sonderfall Apple

Neben dem KI-Geschäft profitiert Foxconn weiterhin stark von Apple. Die im September vorgestellten iPhone-17-Modelle verkaufen sich sowohl in den USA als auch in China deutlich besser als im Vorjahr. Laut Marktforschern von Counterpoint legten die Verkäufe in beiden Märkten zweistellig zu. Das starke iPhone-Geschäft könnte nach Ansicht von Branchenanalystren dazu führen, dass Apple in diesem Jahr sogar an Samsung vorbeiziehen kann. Davon würde auch Foxconn zusätzlich profitieren.

Für Anleger empfiehlt es sich dennoch, eher auf Nvidia und Apple zu setzen als auf die Foxconn-Aktie. Letztere wird nicht sehr liquide gehandelt - und hat sich zuletzt zudem schlechter entwickelt als die beiden Mag-7-Vertreter.

Apple (WKN: 865985)

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Apple.