Deutsche Telekom: Charttechnisch hat sich das Bild bei den Bonnern zuletzt deutlich aufgehellt. Für Rückenwind sorgte unter anderem die Eröffnung einer KI-Fabrik.
Bei der Aktie der Deutschen Telekom hat sich das Chartbild in den vergangenen Tagen spürbar aufgehellt. Der Kurs liegt bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe bei 30,29 Euro und damit wieder in einem Bereich, in dem sich mittelfristige Trends gut beurteilen lassen.
Der entscheidende Impuls kam vergangene Woche. Mit einem Anstieg auf 30,39 Euro wurde am Mittwoch die 200‑Tage-Linie nach oben gekreuzt. Solche Signale sind bei großkapitalisierten, eher defensiven Werten nicht automatisch ein Startschuss, sie markieren aber häufig eine Zäsur im Kräfteverhältnis. Hinzu kommt, dass die jüngste Aufwärtsbewegung auch den seit Anfang März 2025 gültigen Abwärtstrend, der die T-Aktie von in der Spitze fast 36 Euro zwischenzeitlich bis knapp über 26 Euro gedrückt hatte, nach oben aufgelöst hat.
Auch die Gleitenden Durchschnitte sprechen derzeit für eine stabilere Konstellation: Der Kurs bewegt sich oberhalb von GD50, der aktuell bei 27,74 Euro verläuft, GD100 bei 28,02 Euro und der oben angesprochene GD200 bei 29,71 Euro. Damit wird die Zone um die 200-Tage-Linie zur naheliegenden Referenz für das laufende Bild: Solange sich die Aktie darüber behauptet, bleibt die Rückkehr in ein konstruktiveres Langfrist-Set-up nachvollziehbar.
Auf der Oberseite ist der nächste Prüfstein vergleichsweise klar umrissen. In der kurzfristigen Betrachtung markiert das Hoch vom vergangenen Donnerstag bei 30,49 Euro einen naheliegenden Widerstandsbereich, an dem sich entscheidet, ob Käufer auch nach der ersten Bewegung bereit sind, höhere Kurse zu akzeptieren. Darüber verläuft die nächste kleinere Hürde bei 30,79 Euro.
Gelingt der Aktie ein belastbarer Vorstoß über diese Widerstandsmarken, würde das die jüngsten Signale aus dem Rebreak über den GD200 und den Trendbruch des seit März 2025 anhaltenden Abwärtstrends konsolidieren. Für den weiteren Weg nach oben werden dann die Bereiche zwischen 31,59 und 31,65 Euro sowie 32,80 Euro relevant.
Zukunft mit Nvidia
Neben der jüngsten Kursdynamik macht die Telekom auch operativ von sich reden. Sie hat vergangene Woche in München eine große „KI‑Fabrik“ in Betrieb genommen, ein Gemeinschaftsprojekt mit Nvidia und SAP, das mit Investitionen von über einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht wurde. Technisch ist der Aufbau durchaus beachtlich. Für das Rechenzentrum wurden 10.000 Nvidia‑Grafikprozessoren angeschafft, die Kapazitäten sollen vor allem KI‑Anfragen aus Unternehmen der Region bedienen. Zudem wird gemeinsam mit SAP ein sogenannter „Deutschland‑Stack“ angeboten, also KI‑Anwendungen, bei denen Daten „besonders stark gesichert“ werden, ausdrücklich auch als Antwort auf Souveränitäts- und Compliance‑Bedenken gegenüber großen US‑Anbietern. Aus Anlegersicht ist das als Narrativ deshalb relevant, weil es die Equity‑Story der Telekom um eine greifbare, vermarktbare KI‑Infrastruktur ergänzt.
Trendwende eingeleitet
Das aktuelle Set-up bei der Telekom-Aktie eröffnet sowohl für mutige als auch für zurückhaltendere Anleger interessante Optionen. Die Basis für ein Comeback wurde bereits zwischen November und Januar mit der Ausbildung eines dreifachen Bodens geschaffen. Mit dem erfolgreichen Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal wurde die Trendwende nun endgültig besiegelt. Mittelfristig rückt damit das Frühjahrshoch von 2025 bei knapp 36 Euro wieder ins Sichtfeld. Der Weg dorthin lässt sich mit dem ausgewählten Call hebeln. Dieser hat einen Break-even von 33,01 Euro, der Basispreis liegt bei 31 Euro. Rein rechnerisch ergibt sich aus dem aktuellen Ausbruchsszenario sogar ein ambitioniertes Kursziel von 43 Euro für die T-Aktie.
Wer es eher konservativer mag, der kann beim ausgewählten Discount-Optionsschein zugreifen. Dieser liefert gut 80 Prozent Rendite, so die Papiere des DAX-Titels zum 16. September dieses Jahres bei 30 Euro stehen und damit etwa auf dem aktuellen Niveau. Allerdings wird Anfang April ein Euro Dividende ausgeschüttet, was bedeutet, dass die Aktie Ex-Dividende bis September wieder etwas zulegen muss.
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