Gold und Silber eilen von Rekord zu Rekord – und die Gemengelage spricht dafür, dass es sich nicht um einen kurzen Hype handelt. Diese Minenunternehmen sollten von den hohen Edelmetallpreisen weiterhin profitieren.
Am heutigen Dienstag markierte Gold neue Bestmarken oberhalb von 4.700 Dollar, Silber gelang dies mit dem Überwinden der Marke von 94 Dollar. Angesichts einer Welt, die gleichzeitig von geopolitischen Konflikten, globalen Handelsstreitigkeiten, steigenden Schuldenbergen und einer wachsenden Unsicherheit über die Unabhängigkeit der Fed geprägt ist, ist ein nachhaltiger, Trendwechsel nach unten bei beiden Edelmetallen derzeit schwer vorstellbar. Für Produzenten ist das Umfeld nahezu ideal: Hohe Metallpreise treffen auf weitgehend fixe Kostenblöcke – Margen, Cashflow und damit die Fähigkeit zu Dividenden und Aktienrückkäufen können überproportional steigen.
Solide Minenwerte präferieren
Gold- und Silberminenaktien schwanken deutlich stärker als die jeweiligen Edelmetallpreise. Sowohl in Aufwärts- als auch in Abwärtsphasen reagieren sie in gehebelter Form nach oben, aber auch nach unten. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch einige Unternehmen dieses Genres durch ihre hohe Rentabilität und ihre soliden Dividenden ausgezeichnet. Wer selektiv vorgeht, kann Unternehmen finden, die im Branchenvergleich mit moderaten KGVs, attraktiven Ausschüttungen und positiven Analysten-Ratings punkten. Minentitel sind zweifellos als riskanter einzuschätzen als Gold und Silber, bei den nachfolgenden Aktien bietet sich dennoch ein Investment an.
Unter Goldminen sticht Barrick Mining als einer der etablierten Cashflow-Titel heraus: Das Papier wird von einer breiten Analystenbasis überwiegend positiv beurteilt (Konsens „Buy“), zugleich weist Barrick bei einem attraktiven KGV (2026: 14) eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent (2026) aus – für einen Senior-Producer im aktuellen Zyklus ein solides Signal. Ebenfalls auf vielen Empfehlungslisten präsent ist Newmont: Der Konzern kombiniert Größe und Reservenbasis mit einem moderaten Bewertungsniveau (KGV 2026: 13) und einer Dividendenrendite von 0,9 Prozent. Wer stärker diversifiziert in den Goldminensektor investieren möchte, kann auch auf den mehr als vier Milliarden Euro schweren iShares Gold Producers UCITS ETF USD (ISIN: IE00B6R52036) ausweichen.
Diese Silberminen sind ebenfalls attraktiv
Bei Silber ist die Auswahl anspruchsvoller, weil viele Produzenten entweder stärker zyklisch sind oder Ausschüttungen seltener priorisieren. Trotzdem lassen sich zwei Namen herausfiltern, die solide wirtschaften und Dividenden zahlen. Pan American Silver arbeitet seit 2023 profitabel und bietet für 2026 als großer Produzent bei einem KGV von 16 eine Dividendenrendite von 1,2 Prozent. Fresnillo bleibt ein Klassiker im europäischen Silbersegment und erzielt seit über fünf Jahren Gewinne, also war selbst bei deutlich niedrigeren Silberpreisen profitabel. Für das laufende Geschäftsjahr wird die Dividendenrendite auf 2,5 Prozent und das KGV auf 20 geschätzt. Für weniger risikofreudige Anleger: Mit dem Global X Silver Miners UCITS ETF (ISIN: IE000UL6CLP7) können Anleger 40 Silberaktien im Paket erwerben dadurch ein Mehr an Diversifikation und ein Weniger an Risiko erzielen.
Fazit: Rekordpreise bei Gold und Silber sind für Minen kein Schönwetter-Thema, sondern ein Margenbeschleuniger. Wer jetzt profitieren will, sollte sich auf die soliden Vertreter ihrer Zunft konzentrieren. Trotz der starken Aktienperformance im Jahr 2025 kann man die Kennzahlen weiterhin als attraktiv einstufen.
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