Notizzettel zur Ausgabe 22/2015: Zu früh gefreut
· Börse Online Redaktion
Nun haben sich die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft doch auf das Schlichtungsverfahren geeinigt. Was aber leicht übersehen wird - erst einmal müssen sich jetzt die Schlichter einigen. Denn es kommt diesmal nicht nur darauf an, dass eine mehr oder minder neutrale Persönlichkeit die Interessen der Streithähne austariert, sondern dass sich der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck und der aktuelle Ministerpräsident Bodo Ramelow zusammenraufen. Ramelow hat schon durch pointierte Aussagen zu dem am Freitag vergangener Woche verabschiedeten Tarifeinheitsgesetz klargemacht, wie er die Sache sieht. Es kann also durchaus sein, dass diese Schlichtung keine Lösung bringt. Dann hätten sich die geplagten Bahnkunden zu früh gefreut.
Eine interessante Zahlenspielerei veröffentlichte die Fondsgesellschaft der Allianz, Allianz Global Investors, kurz vor Pfingsten. Hätte jeder Erwerbstätige in Deutschland seit 1992 - also 23 Jahre lang - jeden Monat 50 Euro in einen DAX-Sparplan gesteckt, gehörten den Deutschen heute die 30 größten börsennotierten Unternehmen zu fast 100 Prozent (etwa 1,3 Billionen Euro). Stattdessen horten die Deutschen nach Angaben der Bundesbank zwei Billionen Euro auf Girokonten und als Bargeld, die Aktien der DAX-Unternehmen sind mehrheitlich im Besitz von Ausländern. Die freuen sich über Kurssteigerungen und über von Jahr zu Jahr steigende Dividenden.
Das wird eine der interessantesten Wetten der kommenden Jahre. Karstadt- Eigner René Benko will den angeschlagenen Kaufhauskonzern mit der derzeit noch im Besitz der Metro befindlichen Warenhauskette Kaufhof verschmelzen. 2,9 Milliarden Euro bietet er der Metro. Kostenvorteile durch Standortoptimierung und gemeinsamen Einkauf sind das eine. Viel wichtiger ist, dass sich Benko mit der Einschätzung nicht täuscht, dass die Leute - Internet hin, Internet her -auch künftig in Geschäften mit persönlicher Beratung und Bedienung einkaufen werden.
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