Die Rheinmetall-Aktie stand zu Wochenbeginn unter Druck. Eine Meldung der US-Großbank Morgan Stanley belastete den gesamten Rüstungssektor. Anschließend konnten die Papiere wieder Fahrt aufnehmen. Eine Kooperation mit dem Bremer Raumfahrtkonzern OHB könnte zusätzlichen Rückenwind bringen.
Rheinmetall baut sein Geschäftsportfolio seit geraumer Zeit aus. Mit dem Zukauf von Naval Vessels Lürssen stieg der Rüstungskonzern bereits in den Marineschiffbau ein. Nun gründeten die Düsseldorfer gemeinsam mit OHB ein Joint Venture, das auf den wachstumsstarken Markt militärischer Weltraum- und Kommunikationstechnologien setzt. Damit befeuern sie den aktuellen Weltraum-Trend, der mit dem IPO von SpaceX erneut Fahrt aufnimmt.
Das planen Rheinmetall und OHB
Das Gemeinschaftsunternehmen, die OHB Rheinmetall Space Networks GmbH mit Sitz in Bremen, soll den Aufbau einer geschützten und dauerhaft verfügbaren Satelliten-Kommunikationsinfrastruktur für die Bundeswehr übernehmen. Bei einem ersten Großprojekt soll die Kooperation die vollständige Verantwortung übernehmen. Dazu gehören nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Integration und Lieferung der Einsatzmittel.
Dazu zählen etwa die IT-Sicherheit oder die Errichtung eines Cyber Operation Centers. Diese sollen eine sichere Echtzeitkommunikation zwischen Soldaten, Fahrzeugen und Drohnen ermöglichen. Bereits zu Beginn des Jahres hat OHB in Zusammenarbeit mit Rheinmetall eine Bewerbung für das bisher größte Satellitenprojekt der Bundeswehr abgegeben. Mit einem Auftragsvolumen von rund zehn Milliarden Euro könnte das Joint Venture damit einen Großauftrag erhalten.
Rheinmetall als Anker im Portfolio
Rheinmetall zählt zu den Werten am Markt, die selbst geopolitischen Krisen trotzen. Aus diesem Grund ist die Aktie, zusammen mit 17 vergleichbaren Titeln, im Stabile Werte-Index von BÖRSE ONLINE vertreten.
Rheinmetall-Aktie verliert am Freitag erneut
Nachdem die Rheinmetall-Aktie an den vergangenen Börsentagen zugelegt hatte, drehte sie am Freitagmittag ins Minus. Mittlerweile notiert der Titel bei 1.191,60 Euro und verzeichnet damit ein Minus von 3,31 Prozent (Stand: 12. Juni 2026, 15:33 Uhr). Damit beendet die Aktie den leichten Aufwärtstrend der vergangenen Tage. Dennoch ist das noch lange kein Grund zur Sorge.
Am Freitag legten andere Sektoren wie Tourismus oder Finanzen deutlich zu. Einer der Gründe lag in wiederbelebten Friedenshoffnungen für den Iran-Krieg. Die Rüstungsindustrie profitiert jedoch von zunehmenden geopolitischen Spannungen, wodurch diese Nachricht branchenweit für Verluste sorgte. Erhält die OHB Rheinmetall Space Networks GmbH den Zuschlag für das Projekt SATCOMBw, wie der Satellitenauftrag der Bundeswehr heißt, ist der Rücksetzer schnell verdaut. Auch das IPO von SpaceX dürfte für weiteren Rückenwind sorgen, weil es die Weltraum-Fantasien an den Märkten deutlich verstärkt.
Lese-Tipp: Sie kennen OHB noch nicht? Das Unternehmen wurde im "Chart der Woche" in der BÖRSE ONLINE Heft 23/26 (auch als E-Paper) analysiert.
Häufig gestellte Fragen
Warum reagieren Rüstungsaktien so stark auf geopolitische Entspannung?
Rüstungswerte profitieren oft von Spannungen und Konflikten, weil Anleger dann mit höheren Verteidigungsausgaben rechnen. Kommt dagegen es dagegen Entspannungen, nehmen viele Marktteilnehmer Gewinne mit, was die Kurse belasten kann.
Welche Rolle spielt das neue Joint Venture von Rheinmetall und OHB?
Das Joint Venture erweitert Rheinmetalls Geschäftsportfolio in den Bereich militärischer Satelliten- und Kommunikationstechnologien. Gelingt der Einstieg in große Bundeswehr-Aufträge, könnte das langfristig für zusätzliches Wachstum sorgen.
Wie wichtig ist das Projekt SATCOMBw für Rheinmetall?
SATCOMBw gilt als potenziell großer Auftrag, weil es um eine moderne und geschützte Satelliten-Kommunikationsinfrastruktur für die Bundeswehr geht. Sollte Rheinmetall den Zuschlag erhalten, könnte das die Fantasie für weitere Projekte im Weltraum- und Kommunikationsbereich deutlich erhöhen.
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