Cloudbasierte Lösungen sind eng mit dem KI-Boom verbunden. Stürzen solche Werte ab, hat das meist einen tieferen Grund. Jetzt scheint sich ein SAP-Partner jedoch von einem solchen Negativtrend zu erholen und könnte auch das Interesse der Anleger erneut wecken.
Bei ServiceNow handelt es sich um einen Anbieter cloudbasierter Lösungen zur Automatisierung und Strukturierung von Arbeitsabläufen. Die Aktie des Konzerns erlitt innerhalb eines Jahres einen Einbruch von über 40 Prozent. Jetzt zeichnet sich allerdings eine Erholungsphase ab.
Absturz trotz Wachstum
Während SAP die Daten verwaltet, steuert ServiceNow die Prozesse abteilungsübergreifend. So sind beide Unternehmen überwiegend als Partner tätig. Dennoch ist ServiceNow ein Opfer der Disruption im gesamten SaaS-Sektor. Als potenzielle Wettbewerber, wie Anthropic, hochentwickelte, autonome KI-Systeme vorstellten, geriet die gesamte Branche ins Wanken. Vor allem traditionellere Anbieter, die auf Mitarbeiter-Lizenzen setzen, erlebten deutliche Kurseinbrüche. Gleichzeitig folgten Analysten-Anpassungen, etwa durch die UBS.
Dennoch wächst ServiceNow operativ weiter und konnte auch mit den Geschäftszahlen von 2025 überzeugen. Gleichzeitig gab das Unternehmen allerdings auch eine enttäuschende Umsatzprognose für 2026 aus, die die Stimmung bei Anlegern zusätzlich dämpfte. Außerdem litt der Titel unter den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die zu verzögerten Großaufträgen führten, und musste bei Vorlage der ersten Quartalszahlen für das aktuelle Geschäftsjahr einen Tages-Crash von 18 Prozent verkraften. Auch die milliardenschweren Übernahmen, beispielsweise von Amis, sorgten für zusätzliche Ängste bei den Anlegern.
Den Hype nicht verpassen
Im "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE finden Anleger zahlreiche Top-Werte, die vom KI-Boom profitieren.
Kommt jetzt der Aufschwung?
Diese Ereignisse führten innerhalb von 12 Monaten zu einem massiven Einbruch von über 40 Prozent. Jetzt zeichnet sich jedoch eine Erholungsphase ab. Das Papier legte am Freitag nachbörslich um 13,92 Prozent zu und notiert derzeit bei 116,38 US-Dollar (Stand: 29. Mai 2026, 13:10 Uhr). Erst vor Kurzem konnte die Aktie mit dem Durchkreuzen der 50-Tage-Linie ein erstes Kaufsignal erzeugen. Eine neue Technologie könnte hier zum neuen Kurstreiber avancieren. Mit "Talent Signature" will ServiceNow dynamische Kompetenzprofile etablieren.
Der Konzern möchte, laut eines Forbes-Beitrages von Management-Berater Keith Ferrazzi, eine Datenkrake aus HR-Systemen entfernen und diese durch eine fortschrittliche, intelligente Lösung ersetzen. Bisherige Kompetenzprofile veralten bereits bei der Einreichung, Talent Signature sage, wozu jemand fähig ist und wohin er als Nächstes wechseln kann, heißt es in dem Bericht. Zusätzlich sorgen die guten Quartalszahlen, die der Konzern am 22. April 2026 vorlegte, für zusätzlichen Rückenwind.
Dennoch bleibt die Frage offen, ob der Konzern die Integration in die Arbeitswelt gelingt. Bisher läuft Talent Signature nur auf einer internen Lernplattform und zeige bereits, dass die menschliche Komponente elementar bleibt ServiceNow ist zudem abhängig von der geopolitischen Situation: Beruhigt sich die Lage im Nahen Osten, sind auch termingerechte Großaufträge im Rahmen des Möglichen, was ebenfalls für weiteren Rückenwind sorgt. Entsprechend ist die Aktie durchaus spannend und passt hervorragend in die Zeit des aktuell herrschenden KI-Booms, birgt jedoch deutliche Risiken, die Anleger keinesfalls außer Acht lassen sollten.
Den passenden Moment finden
Es ist wichtig, das optimale Momentum bei einer Aktie zu erwischen, um eine möglichst hohe Rendite herauszuschlagen. Im Aktien-Report "Momentum-Könige" dreht sich alles um drei Werte, die ein hohes Kurspotenzial bieten.
FAQ
Warum gilt ServiceNow als SAP-Partner?
Weil beide Unternehmen in der digitalen Prozess- und Datensteuerung zusammenarbeiten.
Warum ist die Aktie nach dem Kurssturz wieder interessant?
Weil sich charttechnisch und operativ eine Erholung abzeichnet.
Was sind die größten Risiken für Anleger?
Vor allem die vorsichtige Prognose, geopolitische Unsicherheiten und hohe Erwartungen an neue Produkte.
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