Syngenta-Aktie: Kartellbehörden verzögern Fusion mit ChemChina
· Börse Online Redaktion
Der Europäischen Union (EU) will ChemChina einem Insider zufolge weitergehende Zugeständnisse anbieten, um grünes Licht den bislang größten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens zu erhalten. ChemChina habe der EU im September in Aussicht gestellt, Bereiche der Agrochemietochter Adama Agricultural Solutions im Wert von rund 20 Millionen Dollar zu verkaufen. Aber die EU-Kommission habe das Angebot als ungenügend eingestuft und mögliche Maßnahmen genannt. ChemChina sei bereit nachzulegen, um die Anforderungen der EU zu erfüllen. Bis am Freitag muss die EU entscheiden, ob sie die Transaktion genauer unter die Lupe nimmt. "Das ist wahrscheinlich und wir erwarten das, aber es ist nicht sicher", sagte Fyrwald.
In den USA stehe Syngenta bereit, eine Genehmigung für den im Februar eingefädelten Deal zu beantragen. Voraussetzung dafür sei eine Rückmeldung der US-Kartellbehörde FTC, die in den kommenden Tagen eintreffen dürfte. Angesichts der geringen Überschneidungen führt der Zusammenschluss von Syngenta und ChemChina Fyrwald zufolge kaum zu einer Einschränkung des Wettbewerbs. "Wir sind weiterhin sehr zuversichtlich, dass unser Deal durchkommt", sagte der Amerikaner. Analysten stimmen ihm zu. Jeremy Redenius vom Broker Bernstein veranschlagt die Erfolgs-Wahrscheinlichkeit auf 95 Prozent. Auch die Anleger reagierten erleichtert, dass die Transaktion immer noch auf Kurs ist, wenn auch mit Verzögerung. Die Syngenta-Aktie stieg um zwei Prozent auf 405 Franken, notiert damit aber immer noch deutlich unter dem Angebotspreis der Chinesen.
In der Branche findet zur Zeit eine Art Endspiel unter den großen Anbietern statt, bei dem bisher einzig BASF außen vor blieb. Bereits vor der 66 Milliarden-Dollar-Transaktion von Bayer wurde der Zusammenschluss der US-Konzerne Dow Chemical und Dupont auf den Weg gebracht. Ein wichtiger Treiber sind die schwierigen Marktbedingungen, die nach Einschätzung von Syngenta auch 2017 anhalten dürften. Im dritten Quartal verbuchten die Schweizer einen Umsatzrückgang von drei Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen.
Gerüchten über eine weitere Megafusion im Sektor nahm Syngenta-Chef Fyrwald aber den Wind aus den Segeln. Medien hatte kürzlich berichtet, dass ChemChina und Sinochem Insidern zufolge eine Fusion zu einem neuen Weltmarktführer sondieren. "ChemChina hat uns wiederholt versichert, dass sie mit Sinochem nicht über einen Zusammenschluss reden", sagte der Syngenta-Chef. Sollte es in den nächsten Wochen doch so weit kommen, dürften die Kartellbehörden Experten zufolge allerdings die Syngenta-Übernahme erneut aufrollen.
rtr
Buchtipp: Der Allwetter-Trader
Das Risiko „angreifen“, anstatt sich davor zu verstecken: Der erste Schritt zum Anlage-Erfolg besteht darin, Ihre Einstellung zum Risiko zu ändern. Tom Basso, unter Tradern weltweit eine echte Legende, verrät seine Philosophie, wie man lernt, das Risiko für die eigenen Investitionen zu nutzen.
Er erklärt innovative Konzepte der extremen Diversifikation, des Future-Handels sowie des Aktienengagements und Sie erfahren,
wie Sie Ihr Portfolio strukturieren und individuell anpassen können. Anhand seiner eigenen Erfahrungen zeigt Basso Wege auf, um bei jedem Marktklima erfolgreich zu sein. Erstellen Sie Ihre eigene Version eines Allwetter-Ansatzes!
Autoren: Basso, Tom
Seitenanzahl: 224
Erscheinungstermin: 18.09.2025
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-86470-978-4