Voestalpine-Aktie plus sieben Prozent - Stahlkonzern stemmt sich gegen Stahlkrise
· Börse Online Redaktion
Die Anleger reagierten erfreut. An der Wiener Börse legten die Voestalpine-Papiere um fast sieben Prozent zu und führten damit die Gewinnerliste im ATX an. Der Konzern zeige selbst in sehr schwierigen Zeiten, dass er in der Lage sei aus eigener Kraft in Wachstum zu investieren, schrieben die Analysten von Baader Helvea in einem Kurzkommentar. Voestalpine ist kein reiner Stahlkonzern mehr, sondern verstärkt auch in der Weiterverarbeitung von Stahl tätig. Aufgrund der Spezialisierung auf qualitativ hochwertige Stahlprodukte ist das Unternehmen nicht mehr so stark vom Stahlzyklus abhängig.
In den Ergebnissen seien jedoch Sondereffekte - wie die erstmalige Konsolidierung von Töchtern - enthalten, die sich positiv auswirkten. Andererseits musste das Unternehmen aufgrund der stark gesunkenen Preise für Öl und Gas im vierten Quartal eine Wertminderung in Höhe von 38,8 Millionen Euro vornehmen. Finanzvorstand Robert Ottel bezifferte die Wertminderungen im vergangenen Jahr auf insgesamt rund 650 bis 700 Millionen Euro. Bereinigt um die Sondereffekte sank der Konzerngewinn um 7,7 Prozent auf 510 Millionen Euro.
Im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 erwartet Konzernchef Wolfgang Eder keine großen Sprünge. "Selbst bei einem anhaltend schwierigen konjunkturellen Umfeld sollte ein um Sondereffekte bereinigter Betriebsgewinn zumindest annähernd auf Höhe des vergangenen Geschäftsjahres möglich sein." 2015/16 sank der bereinigte operative Gewinn auf 814,4 Millionen Euro nach 841,0 Millionen Euro. Die Prognose stütze sich vor allem darauf, dass für den wichtigsten Bereich, die Mobilität, eine weitgehend stabile Entwicklung auf hohem Niveau erwartet werde. Mit der Automobil-, Eisenbahn- und Luftfahrtbranche erwirtschaftet der Konzern fast die Hälfte des Konzernumsatzes. Während die Geschäfte mit der Autoindustrie, für die Voestalpine unter anderem Bleche für Karosserieteile herstellt, rund laufen, zeigt die Energiebranche nur zarte Belebungstendenzen. Das Unternehmen erzeugt etwa Grobbleche für Pipeline-Stahlrohre.
In Österreich prüft der Konzern derzeit den Bau eines neuen Edelstahlwerks. Die Kosten für das in Kapfenberg in der Steiermark geplante Werk schätzt Eder auf 250 bis 300 Millionen Euro. Eine endgültige Entscheidung soll 2017 getroffen werden. Derzeit würden die Rahmenbedingungen und die technischen Details geprüft sowie die notwendigen Genehmigungen geklärt.
Reuters
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