Der CEO von TotalEnergies, Patrick Pouyanné, zeigt sich skeptisch gegenüber Plänen der US-Regierung, die Ölförderung in Venezuela wieder aufzunehmen. Das sei „zu teuer und zu umweltschädlich“.
TotalEnergies will die Ölförderung in Venezuela nicht wieder aufnehmen. Wie CNBC berichtet, sagte Konzernchef Patrick Pouyanné am Mittwoch, das sei „zu teuer und zu umweltschädlich“. Der Konzern hatte sich 2022 vollständig aus dem Land zurückgezogen.
Totalenergies habe damals einen Kurswechsel vollzogen: weg von schwerem, schwefelreichem Rohöl, hin zu leichten, leichter zu verarbeitenden Varianten. Zudem hätten Sicherheitsbedenken im Land eine Rolle gespielt. Pouyanné bekräftigte, dass diese Gründe weiter gelten würden.
Für Privatanleger lautet die Botschaft: TotalEnergies will neue Projekte nicht um jeden Preis, sondern nach Kosten und Umweltwirkung bewerten. Das reduziert zwar das Venezuela-Potenzial, kann aber Risiken begrenzen, wenn Bedingungen schwierig bleiben.
Ölkonzerne reagieren verhalten auf Trumps Pläne
US-Präsident Donald Trump drängt laut CNBC darauf, dass große Ölkonzerne Milliarden in Venezuela investieren. Die US-Regierung werbe seit einer US-Militäroperation am 3. Januar, die in der Festsetzung von Präsident Nicolás Maduro mündete, für ein Comeback der Branche.
Dafür stellte die Regierung Trump staatliche Sicherheitsunterstützung für US-Firmen in Aussicht und nannte das Ziel, 100 Milliarden Dollar zum Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie zu mobilisieren.
Dass Unternehmen trotzdem zögern, zeigt auch das Beispiel Exxon Mobil. CNBC berichtet, Exxon-CEO Darren Woods habe im Weißen Haus gesagt, Venezuela sei in seinem jetzigen Zustand „nicht investierbar“. Trump habe daraufhin öffentlich gegen Woods ausgeteilt und gedroht, Exxon aus Venezuela an den Rand zu drängen.
Förderquoten und der Blick auf die Aktie
Auch abseits der Politik gibt es Hürden. Amar Singh, Rohölmarkt-Analyst bei Barclays, sagte, es gebe in Venezuela viele „Infrastruktur-Beschränkungen“. Außerdem müsse sich zeigen, wie schnell ein Übergang zu einem demokratischen System gelinge. Singh erwartet selbst im optimistischen Szenario nur einen begrenzten Effekt. Demnach sieht er bis Jahresende allenfalls ein Plus von 200.000 bis 300.000 Barrel pro Tag bei der venezolanischen Produktion.
Für Anleger war am Mittwoch ein zweiter Punkt wichtig: TotalEnergies meldete einen leichten Gewinnrückgang im vierten Quartal und will nun, wegen schwächerer Ölpreise, seine Aktienrückkäufe reduzieren. Trotzdem stieg die Aktie in Paris um knapp zwei Prozent und erreichte ein neues 52-Wochen-Hoch.
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