Nach anfänglichen Gewinnen sind die Aktien an den US-Börsen am Dienstag im Handelsverlauf heftig unter Druck geraten. Vor allem Halbleitertitel brachen wieder ein. Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg beschleunigten den Abwärtstrend.

Halbleitertitel, besser unter dem Begriff Chip-Aktien bekannt, hatten sich erst am Montag teilweise von den Kurseinbrüchen vom vergangenen Freitag erholt. Am Dienstag sah es anfangs so aus, als könne diese Erholungsrally weitergehen. Doch ein erneuter Schwächeanfall zog vor allem die Technologiebörse Nasdaq in der zweiten Tageshälfte ins Minus. Da auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg den Handel belasteten, brach der Nasdaq zeitweise um drei Prozent ein und fiel sogar unter 25.000 Punkte. Bis 20:15 Uhr deutscher Zeit erholte er sich wieder etwas auf 25.500 Punkte, was immer noch einem Minus von 1,71 Prozent entsprach. Am Freitag war der Nasdaq 100 um 4,8 Prozent abgesackt, konnte sich zu Wochenbeginn aber wieder deutlich erholen.

Ein ähnliches Muster zeigte sich bei den Standardwerte-Indizes S&P 500 und Dow Jones Industrial, wenn auch weniger stark als bei den Nasdaq-Indizes: Hier ging es zuletzt um 0,7 beziehungsweise 0,1 Prozent bergab.

Infront Nasdaq 100 (WKN: A0AE1X)

Chip-Aktien brechen auf breiter Front ein

Der iShares Semiconductor ETF gab nach einer Erholung um sechs Prozent am Montag mehr als drei Prozent nach, meldet der US-Börsensender CNBC. Offenbar setzten sich die Gewinnmitnahmen nach Rekordständen fort. Der ETF war am Freitag bereits um zehn Prozent eingebrochen und verzeichnete damit seinen schlechtesten Tag seit sechs Jahren. Aus dem schwachen Halbleitersektor ragten die Aktien von Marvell Technology und Arm Holdings mit prozentual zweistelligen Abschlägen heraus. Micron Technology gab nach der rasanten Erholung um zehn Prozent am Montag am Dienstag um fast fünf Prozent nach. Die Aktie war in der vergangenen Woche innerhalb von zwei Tagen um etwa 20 Prozent eingebrochen, davon allein um 13 Prozent am Freitag. Die Aktien von AMD fielen um fünf Prozent, Broadcom gab mehr als zwei Prozent ab und Nvidia hielt sich noch relativ gut mit einem Minus von einem Prozent.

Trump droht Iran

Wenig förderlich für den Optimismus der Anleger waren auch Aussagen von Trump. Der US-Präsident sagte, die USA müssten auf iranische Angriffe auf amerikanische Kampfhubschrauber reagieren. Zuletzt hatte es aufgrund der zwar angespannten, aber einigermaßen stabilen Lage im Iran-Krieg zumindest keinen Dämpfer von dieser Seite auf die Märkte gegeben. Nicht recht ins Bild passt, dass auch die Ölpreise am Dienstag weiter sanken. Das Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete am Abend 91,50 US-Dollar, knapp drei Prozent weniger als am Vortag. Trotzdem gaben auch sinkende Ölpreise den Aktienkursen wenig Halt.

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Enthält Material von dpa-AFX