Die Onlineapotheke wächst, profitabel ist sie jedoch nicht. Das E-Rezept schafft Wachstumschancen, der Börsenwert ist so niedrig, dass eine Übernahme wahrscheinlicher wird
Beim Pionier der Onlineapotheken läuft es derzeit nicht rund. Da die Verschuldung von Docmorris durch Übernahmen stark gestiegen ist, änderte das Management 2022 seine Strategie und fokussiert sich seitdem auf das Ziel, den Break-even-Point zu erreichen. Momentan gelingt das noch nicht. Im Geschäftsjahr 2024 stand unterm Strich ein Minus von rund 97 Millionen Schweizer Franken, nach 118 Millionen im Vorjahr.
Der Vorstand begründete den hohen Betriebsverlust mit erhöhten Investitionen ins Marketing für das E-Rezept in Deutschland. Für Onlineapotheken bietet sich durch die schrittweise Einführung des elektronischen Rezepts seit 2022 prinzipiell ein enormer Wachstumsmarkt. Bislang machen sie in Deutschland den größten Teil ihres Geschäfts mit verschreibungsfreien Arzneimitteln, Gesundheits- und Kosmetikprodukten. Im weitaus größeren Markt für rezeptpflichtige Medikamente entfällt laut Branchenschätzungen derzeit nur gut ein Prozent der Erlöse auf das Onlinegeschäft, während die rund 17.000 stationären Apotheken mit circa 56 Milliarden Euro den Löwenanteil abgreifen.
Die Werbung macht sich offenbar bezahlt: Die Zahl der Neukunden für das E-Rezept habe sich im vergangenen Jahr verdreifacht und im letzten Quartal 2024 sogar verfünffacht, heißt es von Docmorris. Dennoch wird das Unternehmen vorerst rote Zahlen schreiben, während der Konkurrent Redcare Pharmacy mit seinem Konkurrenzangebot Shopapotheke bereits für dieses Jahr einen operativen Gewinn anstrebt. Die schwachen Ergebnisse von Docmorris haben sich mittlerweile deutlich im Aktienkurs niedergeschlagen, auf Jahressicht steht ein Minus von rund 77 Prozent.
Warum dennoch ein HotDeal der Woche? Der Börsenwert ist so stark gefallen, dass das Unternehmen prinzipiell als Übernahmekandidat infrage kommt. Mit 10,3 Millionen Kunden hat die schweizerisch-niederländische Firma eine durchaus starke Marktposition. Wer potenzielle Käufer sein könnten und warum man unbedingt einen Stoppkurs beachten sollte, lesen Sie in der neuen Ausgabe von BÖRSE ONLINE.
Weitere Themen im Heft:
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Diese Baumarktkette steigert den Gewinn unerwartet deutlich. Die Aktie ist als defensiver Wachstumswert und zuverlässiger Dividendenzahler attraktiv (S.34)
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Dieser Nutzfahrzeughersteller plant den Verkauf seiner Militärsparte, der mehr als ein Drittel des gesamten Unternehmenswerts bringen kann. Interessenten gibt es genug (S.44)
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Auf dem Weg zur Wirtschaftsmacht
Der indische Aktienmarkt war in den vergangenen Monaten unter Druck. Nun deutet sich jedoch eine Trendwende an. Eine günstige Gelegenheit für risikobereite Anleger (S.50)
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