Gerüchte: US-Präsident könnte die Barren in Fort Knox bei Streitigkeiten als „Sicherheitsleistung“ beschlagnahmen lassen

Nachdem Trump und sein Berater Elon Musk jüngst Gerüchte befeuerten, die Vorgängerregierung unter Präsident Joe Biden könnte heimlich Goldvorräte aus dem zentralen Lager in Fort Knox weggeschafft haben, wächst mit dem „Liberation Day“ nun die Angst, der streitlustige Herr im Weißen Haus könnte sich bei einer Ausweitung der Zoll-Differenzen an den Goldbarren der Bundesrepublik vergreifen, die in den USA lagern.

Wie viel Gold hat Deutschland noch?

Auf Nachfrage von boerse-online.de vom Mittwoch bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bundesbank, dass Deutschland zum Jahreswechsel im Besitz von insgesamt 3352 Tonnen des gelben Edelmetalls war. Während 1710 Tonnen davon in deutschen Tresoren lagern, verwahrt die US-Notenbank Fed demnach immerhin 1236 Tonnen Gold für die einstigen transatlantischen Freunde aus Germany. Aktueller Geldwert: Rund 113 Milliarden Euro. Und auch die Bank of England passt in ihren Bunkern auf der Insel auf deutsches Gold auf, immerhin 405 Tonnen. 

Die Verteilung der Goldreserven hat historische Gründe, etwa weil in der Nachkriegszeit Handelsüberschüsse noch mit Gold bezahlt wurden. Dass London oder Fort Knox auch ein Ort waren, den der einstige Nato-Gegner Sowjetunion nicht so schnell erreichen konnte, hat sicher auch eine Rolle gespielt. Nachdem die Bundesbank zwischen 2013 und 2017 schon bedeutende Goldmengen aus Frankreich heimgeholt hatte, begründet sie ihr aktuelles „Lagerstellenkonzept“ wie folgt: „Entscheidend für die Gewichtung der Goldreserven sind vor allem die Ziele Sicherheit und Handelbarkeit, um Gold bei Bedarf verkaufen oder in Fremdwährungen tauschen zu können.“ Wichtigste Handelsplätze für Gold und Devisen: New York und London.

Bundesbank: Deutsches Gold wird regelmäßig überprüft

In den seltensten Fällen werden allerdings Goldtransporte auf die Reise geschickt, vielmehr würden bei Transaktionen zum Beispiel „deutsche“ Goldbarren in Amerika in Lagerregale der USA ungepackt und umgekehrt. Die Bundesbank betont, dass sie ihre im Ausland liegenden Goldreserven in regelmäßigen Zeitabständen mit eigenen Inspektionsteams prüft. „Bei diesen Inspektionen hat es zu keiner Zeit irgendwelche Behinderungen oder Beschränkungen seitens der Lagerstellen Fed New York oder Bank of England gegeben“, so die Frankfurter Banker.

 Und was ist mit einem Zugriff der Trump-Administration auf deutsche Edelmetallvorrräte in den USA? „Nach den Grundsätzen des Völkerrechts sind Währungsreserven vor Zugriffen der Vollstreckungsorgane des Gastlandes geschützt“, heißt es von der Bundesbank. Im Februar hatte Bundesbankpräsident Joachim Nagel zudem versichert, man habe keinen Zweifel daran, dass die Fed New York ein vertrauenswürdiger, verlässlicher Partner bei der Aufbewahrung der Goldbestände sei. Donald Trump freilich hat sich alles andere als verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner verhalten, fordert außerdem den Zugriff des US-Präsidenten auf die bisher unabhängig agierende Fed. Und auch um das Völkerrecht hat sich der Republikaner zuletzt wenig geschert.

Der kommenden Bundesregierung in Berlin wird also die schwierige Aufgabe zukommen, einerseits die deutschen Währungsreserven vor unberechtigten Zugriffen zu sichern und gleichzeitig die ohnehin vergifteten diplomatischen Beziehungen zu den USA nicht weiter zu belasten.

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