Der Kupferpreis hat in den vergangenen Monaten eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt und sich innerhalb von zwölf Monaten um rund 40 Prozent verteuert. Wie Anleger das gestrige Rekordhoch interpretieren sollten.
Kupfer erreichte zuletzt erstmals Preise von über 13.000 Dollar je Tonne und markierte sowohl an der London Metal Exchange als auch an der Terminbörse Comex neue Allzeithochs. Seit dem Spätherbst summiert sich der Preisanstieg auf somit auf mehr als 20 Prozent. Diese starke Performance ist umso bemerkenswerter, da sich die Weltwirtschaft nur schleppend entwickelt hat und insbesondere China – der weltweit wichtigste Kupferverbraucher – zuletzt eher verhaltene Nachfrageimpulse lieferte. Der Preisanstieg ist daher weniger konjunkturell als vielmehr strukturell und politisch getrieben.
Gründe für die hohen Kupferpreise
Ein zentraler Treiber ist die massive Umlenkung physischer Kupfermengen in die USA. Die anhaltende Unsicherheit über mögliche Importzölle unter US-Präsident Donald Trump hat dazu geführt, dass die US-Preise über Monate mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber dem Weltmarkt gehandelt wurden. In der Folge strömten enorme Mengen Kupfer in US-Lagerhäuser, während andere Regionen zunehmend unter Angebotsknappheit litten. Lagerbestände, die früher als Puffer dienten, sind damit faktisch blockiert – ein klassischer Preistreiber.
Hinzu kommt eine angespannte Angebotsseite. Produktionsausfälle durch Streiks, Unfälle und technische Probleme in großen Minen – etwa in Chile, Indonesien oder der Demokratischen Republik Kongo – haben das ohnehin knappe Angebot weiter verengt. Gleichzeitig zeigen die extrem niedrigen Schmelz- und Raffiniermarge, dass es an Rohmaterial mangelt. Jahrelange Unterinvestitionen in neue Projekte verschärfen das Problem zusätzlich.
Auf der Nachfrageseite profitiert Kupfer von langfristigen Megatrends. Energiewende, Elektromobilität, Rechenzentren, Stromnetze und KI-Infrastruktur sorgen für strukturell steigenden Bedarf. Selbst hohe Preise haben bislang kaum zu einer Nachfragereduktion geführt, wie unter anderem die Analysten von Goldman Sachs betonen.
Kupferminen haben Nachholpotenzial
Während der hohe Kupferpreis diese Knappheits- und Zukunftsfantasie bereits widerspiegelt, blieben die großen Kupferminenaktien deutlich zurück. Steigende Kosten, politische Risiken und operative Probleme haben deren Bewertungen gedrückt. Sollten sich die Kupferpreise jedoch auf hohem Niveau stabilisieren, könnten genau diese Minen überproportional profitieren – was das aktuelle Missverhältnis zwischen Metallpreis und Produzenten besonders interessant macht.
Zwei in Deutschland handelbare ETFs auf Kupferminen mit jeweils mehr als 100 Mio. Euro Marktkapitalisierung sind der Global X Copper Miners UCITS ETF und der iShares Copper Miners UCITS ETF. Der Global X Copper Miners UCITS ETF bildet den Solactive Global Copper Miners Index physisch nach und bietet damit ein breit gestreutes Engagement in Unternehmen aus dem Kupferbergbau weltweit. Er verfügt über ein Fondsvolumen von über 500 Mio. Euro und eine Gesamtkostenquote von 0,55 Prozent p.a. Der iShares Copper Miners UCITS ETF, der den STOXX Global Copper Miners Index abbildet, bringt es auf einen Marktwert von über 220 Mio. Euro bei einer Kostenquote von ebenfalls 0,55 Prozent p.a.
Beide Fonds thesaurieren die Erträge und investieren in Aktien von großen und kleineren Kupferproduzenten, -Explorer und -Raffinerien. Über die vergangenen drei Jahre hat bei identischen Gebühren der Global X Copper Miners UCITS ETF die bessere Performance erzielt, was ihn für Anleger, die gezielt auf den Kupferminen-Sektor setzen möchten, besonders interessant macht.
Wer auf der Suche nach Stabilität ist, wird möglicherweise hier fündig: Stabile Werte Index (BO)
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