Erneut herrscht Unruhe im Nahen Osten. Doch die USA und der Iran wollen ihre jüngsten militärischen Auseinandersetzungen im Konflikt um die Straße von Hormus nach Angaben aus Washington zunächst aussetzen und den diplomatischen Dialog fortführen. So sollen beide Seiten vorerst auf weitere militärische Schritte verzichten.

Kurzfassung:

• USA und Iran wollen nach den jüngsten Angriffen weitere militärische Schritte vorerst aussetzen und ihre Gespräche fortsetzen.

• Der Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus bleibt ungelöst, beide Seiten vertreten unterschiedliche Positionen.

• Da die wichtige Schifffahrtsroute offen bleibt, stehen die Ölpreise unter Druck, was Ölkonzerne wie TotalEnergies belastet.


Gleichzeitig soll der Schiffsverkehr ungehindert möglich bleiben, während Fachleute die Umsetzung des bereits vereinbarten Rahmenabkommens weiter ausarbeiten. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, die entsprechenden Gespräche seien in den kommenden Tagen vorgesehen. Zudem funktionierten die eingerichteten Kommunikationskanäle zur Vermeidung weiterer Eskalationen.

Laut dem US-Nachrichtenportal "Axios" ist für Dienstag ein Treffen beider Delegationen in Doha, der Hauptstadt Katars, geplant. Ziel sei es, den Konflikt um die Straße von Hormus zu entschärfen. Eine offizielle Bestätigung für das Treffen lag zunächst allerdings nicht vor. US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor technische Verhandlungen für Montag oder Dienstag angekündigt, die ursprünglich in der Schweiz stattfinden sollten. Im Mittelpunkt sollte dabei das iranische Atomprogramm stehen. Nach der jüngsten Eskalation seien die Gespräche jedoch verlegt worden und konzentrierten sich nun auf die Lage in der Straße von Hormus, berichtete "Axios".

In den vergangenen Tagen war es erneut zu militärischen Zwischenfällen gekommen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, nachdem Schiffe in der Meerenge attackiert worden waren. Washington machte dafür Teheran verantwortlich. Als Reaktion beschossen die iranischen Revolutionsgarden Einrichtungen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Hintergrund der neuen Spannungen sind unterschiedliche Interpretationen des vor rund zwei Wochen geschlossenen Rahmenabkommens zur Beendigung des Konflikts. Besonders umstritten sind dabei die Regelungen für die strategisch bedeutende Straße von Hormus.

Der Iran beharrt darauf, die Kontrolle über den Schiffsverkehr in der Meerenge auszuüben. "Die Straße von Hormus wird innerhalb der kommenden 30 Tage wieder vollständig unter die Verwaltung des Iran gestellt", sagte Außenminister Abbas Araghtschi am Sonntag in Iraks Hauptstadt Bagdad. Die Verantwortung für die Meerenge liege allein beim Iran. Für die Islamische Republik hat die für den internationalen Handel mit Öl und Düngemitteln wichtige Wasserstraße im Verlauf des Konflikts erheblich an strategischer Bedeutung gewonnen.

Ein Großteil der Schiffe nutzt derzeit eine von den USA unterstützte Schifffahrtsroute entlang der Küsten Omans und der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Iran fordert jedoch, dass die Schiffe stattdessen einen Kurs entlang der iranischen Küste nehmen, und warnt vor der Nutzung der alternativen Passage. "Der Iran hat wenig Interesse daran, zuzusehen, wie sein politischer Hebel mit jedem Schiff, das in omanische Gewässer umgeleitet wird, schwindet", sagte Ali Vaez von der Denkfabrik International Crisis Group der Zeitung "Wall Street Journal".

Öl Brent (ISIN: XC0009677409)

Fazit

Trotz der jüngsten Angriffe bleibt die Straße von Hormus weiterhin nutzbar. Daher dürfte die Weltwirtschaft nach wie vor ausreichend mit Öl versorgt werden, weshalb die Ölpreise schwach bleiben. Dies belastet natürlich die Aktienkurse von großen Öl- und Gasproduzenten wie etwa TotalEnergies, wobei die Franzosen aufgrund ihrer sehr guten Kostenstruktur auch noch bei deutlich niedrigeren Ölpreisen satte Gewinne einfahren dürften. Wer bei der günstig bewerteten Dividendenperle investiert ist, bleibt dabei und beachtet den Stoppkurs bei 55,00 Euro. Ein Einstieg drängt sich aufgrund der aktuell etwas angeschlagenen Charts bei den Ölpreisen und der Aktie aber vorerst nicht auf. 

TotalEnergies (WKN: 850727)