Der rosafarbene Alpine-Bolide hat ausgedient. Ab 2027 soll das französische Formel-1-Team in den Farben von Gucci über die Rennstrecken dieser Welt rollen: Grün, Rot und Gold. Für den Luxuskonzern Kering ist es eine Wette auf Reichweite in einem der am schnellsten wachsenden Sportmärkte der Welt. Wie viel Potenzial steckt darin?

• Ab 2027 wird das Alpine-Formel-1-Team unter dem Namen „Gucci Racing Alpine Formula One Team" antreten.

• LVMH investiert bereits bis zu eine Milliarde Euro in eine zehnjährige F1-Partnerschaft.

• Über 1,5 Milliarden Menschen erreicht die Rennserie pro Saison.

Rund 50 bis 60 Millionen Dollar pro Jahr könnte die Luxusmarke für drei Jahre laut Medienberichten für das Titelsponsorat hinlegen. Für Kering mit einem Jahresumsatz von 14,7 Milliarden Euro wäre es ein überschaubares Marketingbudget für potenziell globale Wirkung. Unter dem Namen: „Gucci Racing Alpine Formula One Team" soll das Team in den Farben von Gucci antreten. 

Möglich gemacht hat den Einstieg ein gut geknüpftes Netzwerk. Teamchef Flavio Briatore zählt Kering-Ceo Luca de Meo zu seinem Freundeskreis. De Meo war früher Vorstandschef bei Renault, dem Alpine-Mutterkonzern, und wechselte dann an die Spitze von Kering. 

Für Gucci wäre es der erste Einstieg in die Königsklasse des Motorsports überhaupt. Und er kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Der Umsatz der Marke sinkt seit Jahren. Die Formel 1 soll das Image aufpolieren und neue Kunden bringen, vor allem jüngere in den USA und Europa.

Kering
Foto: Jean-François Robert/Modds
Alpine hat Kering als neuen Titelsponsor vorgestellt.

LVMH macht es vor

Dass Luxus und Motorsport zusammenpassen, hat der Erzrivale bereits bewiesen. LVMH – Mutterkonzern von Louis Vuitton, Dior und TAG Heuer – sicherte sich 2025 eine zehnjährige Globalpartnerschaft mit der Formel 1. Die Rede ist von einem Investitionsvolumen von bis zu einer Milliarde Euro. 

Weiterführende Links

Dass sich das rechnet, zeigen konkrete Zahlen aus einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Relo Metrics: Allein beim Großen Preis von Australien 2025 erzielte LVMH durch Podium-Backdrops und Interview-Hintergründe einen Mediawert von über 172.000 Dollar – für ein einziges Rennen, eine einzige Aktivität. Louis Vuitton kam beim selben Rennen durch Streckenbanden-Werbung auf einen Mediawert von knapp 200.000 Dollar.

Formel 1 boomt

Die Formel 1 hat sich in den vergangenen Jahren zur globalen Lifestyle-Marke gewandelt. Seit dem Kauf durch den US-Medienkonzern Liberty Media 2017 für 4,4 Milliarden Dollar wurde die Rennserie konsequent als Entertainment-Produkt vermarktet. Die Netflix-Dokuserie „Drive to Survive" öffnete die Formel 1 zudem für eine völlig neue Zielgruppe.

Die Reichweite ist enorm: Die Rennserie erreicht laut Angaben von Kering-CEO de Meo jede Saison über 1,5 Milliarden Menschen weltweit. Über 750 Millionen davon gelten laut einer Analyse von Relo Metrics als aktive Fans und machen die Formel 1 zur beliebtesten jährlichen Sportserie der Welt.

Kering (WKN: 851223)

Fazit

Ob der Deal Gucci wirklich aus der Krise fahren kann, wird sich zeigen. Der Weg zurück zum nachhaltigen Wachstum bleibt herausfordernd. Die Aktie ist keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.

In der Luxusbranche gibt es derzeit deutlich aussichtsreichere Werte. Welche Aktie neu auf die Empfehlungsliste gewandert ist und als Sieger aus dem heißen Luxusbattle in der aktuellen Ausgabe hervorgeht, lesen Sie hier.

DER AKTIONÄR 26/2026
Foto: Börsenmedien AG

FAQs zu Kering

Was macht Kering genau?

Kering ist ein französischer Luxusgüterkonzern mit Sitz in Paris. Zum Portfolio gehören Marken wie Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, Alexander McQueen und Brioni. Gucci ist dabei die mit Abstand umsatzstärkste Marke des Konzerns.

Warum steht Kering unter Druck?

Kering steckt in einer schwierigen Phase und kämpft seit mehreren Quartalen mit rückläufigen Umsätzen, vor allem bei Gucci. Die Marke verlor zuletzt an Begehrlichkeit und Marktanteilen gegenüber Konkurrenten wie LVMH und Hermès. Neben den schwachen Gucci-Verkaufszahlen belasten der schwächelnde Luxuskonsum in China sowie ein genereller Nachfragerückgang im Premiumsegment den Kurs. 

Wie ist die Dividendenpolitik?

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlt Kering insgesamt 3,00 Euro je Aktie. Die Ausschüttungen sind in den letzten Jahren aber deutlich gesunken.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Kering.