FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Der für den Anleihemarkt richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Mittag um 0,87 Prozent auf 156,91 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg auf 0,67 Prozent. Sie bewegt sich damit auf dem Niveau von März 2018.

Auch europaweit gerieten die Anleihekurse fast ausnahmslos unter Druck. Börsianer begründeten dies mit der sehr guten Stimmung an den Aktienmärkten. Dort hofften die Anleger auf positive Ergebnisse der Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland sowie letztliche auch auf eine baldige Lösung des Konflikts. Entsprechend gering war die Nachfrage nach den als sicher geltenden Staatspapieren.

Die Renditen an den europäischen Anleihemärkten legen bereits seit rund drei Wochen zu. Hintergrund dafür ist insbesondere die Erwartung einer strafferen Geldpolitik in den USA zur Bekämpfung der hohen Inflation. Die US-Notenbank Fed hat vor diesem Hintergrund bereits die Zinswende eingeleitet. Weitere Zinsanhebungen in diesem Jahr werden erwartet. Anleger rechnen zudem damit, dass auch die Europäische Zentralbank in absehbarer Zeit an der Zinsschraube dreht.

Mit Blick auf die im Handelsverlauf anstehenden Konjunkturdaten verwies Analyst Günther Scheppler von der DZ Bank vor allem auf die US-Verbraucherstimmung für März. Angesichts des anhaltenden Ukraine-Krieges und der hohen Preissteigerungsrate dürfte sich das Verbrauchervertrauen erneut und damit zum dritten Mal in Folge verringert haben./la/jkr/mis

Quelle: dpa-Afx