FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Donnerstag im Kurs bis zum Mittag gefallen. Zuletzt gab der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,28 Prozent auf 155,01 Punkte nach. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen betrug 0,81 Prozent. Sie bewegte sich damit etwas unterhalb ihres am Dienstag erreichten Höchststands seit Juli 2015 von 0,87 Prozent.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich am Donnerstag auf die Europäische Zentralbank (EZB). Große Weichenstellungen werden auf der Zinssitzung nicht erwartet. Die EZB hatte auf ihrer März-Sitzung eine raschere Reduzierung der Wertpapierkäufe angekündigt. Erste Zinserhöhungen werden an den Finanzmärkten im Spätsommer erwartet. Die EZB hält sich zu diesem Thema jedoch bedeckt und setzt angesichts großer Risiken wie dem Ukraine-Krieg auf Flexibilität.

"Der anhaltende Teuerungsschub bringt die Währungshüter zusehends in Bedrängnis, die Normalisierung der Geldpolitik energischer voranzutreiben als bislang avisiert", erklärte Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. Im Zuge der jetzigen Ratssitzung sollten noch keine Anpassungen am skizzierten geldpolitischen Normalisierungspfad vorgenommen werden. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte erneut hervorheben, dass über die weitere geldpolitische Marschrichtung in Abhängigkeit der Datenlage entschieden werde.

Am Nachmittag stehen aus den USA die Einzelhandelsumsätze für den Monat März auf der Agenda. Im Vormonatsvergleich rechnet Experte Reicherter mit einem kräftigen Anstieg um 0,7 Prozent. Da es sich bei den Einzelhandelsumsätzen aber um nominale Werte handelt, sei ein Großteil des Umsatzzuwachses aber auf höhere Preise zurückzuführen und nicht auf zusätzliche Käufe./bgf/la/mis

Quelle: dpa-Afx