ROM/TOULOUSE/PARIS (dpa-AFX) - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Leonardo will mit Airbus und Thales ein Satellitenbündnis aufbauen. Dies könnte auch eine Alternative zu Elon Musks Starlink-System schaffen. "Im Moment arbeiten wir zusammen und versuchen herauszufinden, ob es möglicherweise gute Synergien gibt, ob dies aus Sicht des Marktes sinnvoll ist und natürlich auch, ob dies aus kartellrechtlicher Sicht akzeptabel ist", sagte Leonardo-Chef Roberto Cingolani dem Sender CNBC in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview.

Mit Blick auf ein solches Vorhaben hatte Cingolani in einer Rede am Mittwoch dafür geworben, dass die Kartellregeln in "Notzeiten" flexibler sein sollten.

Am wichtigsten sei derzeit die Gewährleistung von Abschreckung und Sicherheit, sagte der Manager. Dies zähle mehr "als der beste Preis für einen Panzer". Die Firmen seien motiviert, einen Deal zu erreichen. Er selbst wäre nach eigener Aussage überrascht, wenn kein Geschäftsplan vorgelegt würde. Das Ganze solle zudem nicht Jahre dauern, sondern eher Monate.

Mit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump als Präsident der USA ist europäischen Regierungen klargeworden, dass sie sich bei der Verteidigung nicht mehr auf die USA verlassen können. Im März legte die EU-Kommission einen Plan vor, der fast 800 Milliarden Euro für Verteidigung mobilisieren könnte.

Italien hatte im März Gespräche mit Musks Raumfahrtunternehmen Space X über ein sicheres Kommunikationssystem für die Verteidigung ausgesetzt, nachdem sich Musk fragwürdig zur weiteren Unterstützung der Ukraine geäußert hatte. Das Starlink-System hilft dem osteuropäischen Land derzeit dabei, sich im russischen Angriffskrieg gegen den Aggressor zu verteidigen.

Cingolani sagte, die anvisierte europäische Satelliten-Allianz sei nicht dafür gedacht, Musk herauszufordern. Sie solle aber eine europäische Option schaffen. So sei ein Technikmonopol "für niemanden gut"./stw/men/mis

Quelle: dpa-Afx