GRÜNWALD (dpa-AFX) - Der Arzneimittelhersteller Dermapharm hat 2021 von einer hohen Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung und der Impfstoffproduktion in Kooperation mit Biontech profitiert. "Das Jahr 2021 war das erfolgreichste Geschäftsjahr unserer 30-jährigen Firmenhistorie", sagte Unternehmenschef Hans-Georg Feldmeier am Dienstag bei der Vorlage vorläufiger Zahlen laut Mitteilung. Trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie sowie zunehmenden Preissteigerungen und Ressourcenverknappung sei es dem Unternehmen gelungen, eine permanente Lieferfähigkeit des Sortiments zu sichern.

2021 legte das um Einmalkosten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) im Jahresvergleich um drei Viertel auf 351 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen in Grünwald mitteilte. Damit erreichte der Arzneimittelhersteller das obere Ende seiner Prognose. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 943 Millionen Euro und traf damit das Unternehmensziel. Zum Zuwachs trugen neben einer unverändert hohen Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung, wie Vitamin-D-Produkte, auch die Corona-Impfstoffproduktion für Biontech sowie die Übernahme der Merck-Tochter Allergopharma bei.

Am Aktienmarkt kamen die Eckdaten gut an. Die Aktie legte am Vormittag rund ein Prozent zu. Damit setzte das Papier seinen jüngsten Erholungskurs fort. Seit Jahresbeginn steht aber ein Minus von knapp 30 Prozent zu Buche. Der Arzneimittelhersteller hat nach Ansicht von Analyst Alexander Thiel vom Analysehaus Jefferies mit seinen Rekordresultaten die Erwartungen durch die Bank übertroffen.

"Die Unabhängigkeit vom Erfolg einzelner Produkte ist vor allem in Krisenzeiten ein entscheidender Erfolgsfaktor", erklärte Dermapharm-Chef Feldmeier. Es sei vor allem im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine essenziell, ein robustes Geschäftsmodell aufzuweisen und sich auf veränderte Marktbedingungen einstellen zu können. Dermapharm sei mit der Tochtergesellschaft Mibe Ukraine LLC von dem Konflikt betroffen.

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr will Dermapharm am 29. März 2022 veröffentlichen. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 will das Unternehmen am 12. April 2022 bekannt geben./mne/jcf/stk

Quelle: dpa-Afx