AUGSBURG (dpa-AFX) - Die hohe Rüstungsnachfrage hat dem Getriebehersteller Renk
Der Finanzmarkt reagierte am Donnerstag im frühen Handel jedoch zunächst enttäuscht. Die im MDax notierten Papiere verloren mehr als drei Prozent. Allerdings hat der Kurs in den vergangenen 12 Monaten um gut die Hälfte zugelegt.
Der Ausblick sei am Mittelpunkt der sehr weit gefassten Zielspannen sowohl beim Umsatz als auch dem operativen Ergebnis etwas schwächer als gedacht, bemerkte etwa Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies. Typischerweise grenze Renk aber später an das obere Ende ein, und dies wäre solide. JPMorgan-Experte David Perry wies darauf hin, dass das Schlussquartal unter den Erwartungen gelegen habe. Einen weiteren Punkt fand George McWhirter von Berenberg, der bemerkte, dass die Verzögerung von Aufträgen in das Jahr 2026 den freien Mittelzufluss etwas belastet hätten.
Renk steigerte den Umsatz 2025 um knapp ein Fünftel auf 1,37 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Augsburg mitteilte. Dabei war das Rüstungsgeschäft der Wachstumstreiber. Renk stellt Antriebstechniken für Militärfahrzeuge wie Panzer und die Marine aber auch für die zivile Schifffahrt und die Industrie her. "Unsere Strategie, den Fokus konsequent auf Verteidigungstechnologien zu richten, zahlt sich aus", kommentierte Konzernchef Alexander Sagel die Zahlen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 21,7 Prozent auf 230 Millionen Euro. Das Unternehmen erreichte damit seine Prognose sowie knapp die mittlere Markterwartung. Unter dem Strich verdiente Renk mit 101,3 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Aktionäre sollen mit 0,58 Euro je Aktie eine um 38 Prozent höhere Dividende erhalten.
Das Unternehmen habe sein Wachstum in nachhaltige Profitabilität umsetzen können, so Finanzvorständin Anja Mänz-Siebje. Und dies "obwohl wir Gegenwind durch unterschiedliche Themen wie zum Beispiel US-Zölle, ein schwaches Industriegeschäft, Exportembargos und Wechselkurseffekte hatten".
Für das neue Jahr geht Renk von weiterem Wachstum aus. So soll der Umsatz auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Ebit sieht der Konzern bei 255 bis 285 Millionen Euro. Die durchschnittliche Analystenschätzung liegt hier bereits in der oberen Hälfte der Spanne.
Dabei sitzt das Unternehmen auf einem Rekordauftragsbestand von knapp 6,7 Milliarden Euro. Das Neugeschäft legte im vergangenen Jahr um neu Prozent auf 1,57 Milliarden Euro zu. Ein großes Kampfpanzerprojekt für einen internationalen Kunden verschob sich hingegen den Angaben zufolge ins laufende Jahr./nas/err/mis
Quelle: dpa-Afx