MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Chipzulieferer Siltronic
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Die Kapitalmaßnahme von Siltronic geschehe wohl opportunistisch im Anschluss an den zuletzt starken Kursanstieg, schrieb Analyst Constantin Hesse von der US-Investmentbank Jefferies. Allerdings habe das Management in der Telefonkonferenz zum ersten Quartal betont, dass die Bilanz solide sowie gesund sei und keine Liquiditätsprobleme bestünden. Daher dürfte die Glaubwürdigkeit des Managements auf den Prüfstand gestellt werden, so der Experte.
Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde in dem beschleunigten Auktionsverfahren ausgeschlossen. Die Kapitalerhöhung sei deutlich überzeichnet gewesen, hieß es weiter. Die neuen Aktien sollen ab 1. Januar dividendenberechtigt sein. Die Aufnahme in den bestehenden Handel ist für den 19. Juni vorgesehen.
Der Konzern will das Geld für künftiges Geschäftswachstum, zur Stärkung der Bilanz und allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Der erfolgreiche Abschluss der Kapitalerhöhung stärke die eigene Bilanz deutlich und erhöhe die finanzielle Flexibilität, um attraktive Marktchancen zu nutzen und zukünftiges profitables Wachstum zu unterstützen, teilte Siltronic weiter mit.
Siltronic stellt Siliziumscheiben - sogenannte Wafer - her, die für die Chipproduktion gebraucht werden. Der Konzern sieht sich ausdrücklich als Profiteur längerfristiger Nachfragetreiber wie KI, Digitalisierung und Elektromobilität, für die 300mm-Wafer gebraucht werden. Hier baut der Konzern derzeit seine Stellung mit dem Hochlauf einer neuen Fabrik in Singapur aus.
Zwar profitiert Siltronic derzeit vom KI-Boom, abseits davon blieb die Nachfrage jedoch auch zuletzt noch träge. Denn das Unternehmen kämpft in einigen Marktbereichen noch immer mit den hohen Lagerbeständen bei seinen Kunden.
Nach einem zweistelligen Millionenverlust im vergangenen Jahr sind auch die Prognosen für 2026 bislang trübe, auch weil das Management um Konzernchef Michael Heckmeier mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld rechnet. So stellt sich der Konzern etwa auf fortgesetzten Preisdruck und eine rückläufige Nachfrage nach 200mm-Wafern ein, die etwa in Industrieanwendungen und in der Automobiltechnik zur Anwendung kommen. Vor diesem Hintergrund erwartete Siltronic zuletzt für 2026 einen "deutlichen" Rückgang beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern, der Umsatz dürfte im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr liegen.
Auch im ersten Quartal waren Umsatz und operativer Gewinn rückläufig, unter dem Strich schrieb Siltronic vor allem wegen höherer Abschreibungen einen Verlust von knapp 67 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war noch ein Überschuss von 4,3 Millionen erzielt worden./tav/mne/jha/
Quelle: dpa-Afx