FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der sich wieder verschärfenden Lage im Nahen Osten ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Verlusten in den Börsenmonat Juni gestartet. In einem iranischen Medienbericht hieß es, der Iran werde die indirekten Verhandlungen mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon abbrechen. In Reaktion darauf bauten die Ölpreise ihre Tagesgewinne aus, was erneut Inflationssorgen weckte und die Renditen am Anleihenmarkt in die Höhe trieb.
Der Leitindex Dax
Zudem hatten die iranischen Revolutionsgarden einen Vergeltungsschlag nach einem US-Luftangriff gemeldet. Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait wegen Luftangriffen Alarm ausgelöst. Das US-Militär hatte am Wochenende eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe.
"Die Sorgen einer Fortsetzung des Iran-Kriegs bleiben in den Köpfen der Anleger präsent", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Es sei vollkommen unklar, ob es nach dem Zwischenschritt in Form einer Waffenruhe von 60 Tagen tatsächlich zu einem nachhaltigen Frieden im Nahen Osten kommen kann und wird. Die Unsicherheit spiegeln Lipkow zufolge die Energiepreise wider, die sich von ihren hohen Niveaus nicht wirklich lösen können. Die Gefahr einer nachhaltigen Teuerungsrate in den Finanzmärkten bleibe latent vorhanden.
Die Aktien von Softwareunternehmen zählten am Montag zu den größten Gewinnern. In einem von den jüngsten Rekorden an der US-Technologiebörse Nasdaq gestützten Umfeld setzten hierzulande SAP, Nemetschek
Die Papiere von Mercedes-Benz
Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt
Auf europäischer Bühne kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx