Nach Übernahme, Prognoseanhebung und starkem Kurssprung rückt diese Solar-Aktie in den Fokus der Anleger. Die Chancen durch den KI-Stromhunger sind groß, doch eine Patentklage sorgt für Unsicherheit.
Der rasant steigende Strombedarf für KI-Rechenzentren wird zunehmend zu einem kritischen Engpass. Während Verbraucher und Unternehmen steigende Strompreise befürchten, profitieren jene Firmen, die den Ausbau der Energieinfrastruktur ermöglichen. Für Anleger ergeben sich daraus zahlreiche spannende Investmentmöglichkeiten. Eine davon könnte Nextpower (ehemals Nextracker) sein.
Nextpower ist Marktführer bei intelligenten Trackern für große Solarparks, die Solarmodule automatisch dem Sonnenstand nach ausrichten und so den Energieertrag steigern. Ergänzende Softwarelösungen optimieren den Betrieb und die Überwachung der Anlagen.
Am Freitag, den 29. Mai, gab das Unternehmen eine wichtige Übernahme sowie eine Anhebung der Umsatzprognose bekannt. Die Aktie reagierte zunächst deutlich positiv und legte um rund 15 Prozent zu. Zum Start in die neue Woche kehrte jedoch bereits wieder Ernüchterung ein: Der Kurs fiel um mehr als acht Prozent und notiert damit wieder nahezu auf dem Niveau vor der Bekanntgabe der Nachrichten (Stand: 01. Juni 2026)
In diesem Artikel ordnen wir daher ein, wie die aktuelle Lage bei Nextpower aussieht und warum die Aktie für Anleger einen genaueren Blick wert sein könnte.
Übernahme von Prevalon: Einstieg in den Batteriespeichermarkt
Am Freitag kündigte Nextpower die Übernahme von Prevalon Energy an. Für rund 365 Millionen US-Dollar in Cash und Aktien übernimmt das Unternehmen den Spezialisten für Batteriespeichersysteme. Neben der Hardware bietet Prevalon auch die Softwarelösungen zur Steuerung, Netzstabilisierung und Absicherung kurzfristiger Stromspitzen an. Gerade für KI-Rechenzentren, deren Strombedarf stark schwanken kann, wird diese Fähigkeit zunehmend relevant.
Prevalon hat bereits mehr als 6 GWh an Batteriespeichersystemen weltweit installiert und verfügt über 1,3 GW an festen Lieferverträgen. Für Nextpower eröffnet sich damit ein zusätzlicher Wachstumsmarkt: Das Unternehmen schätzt die globale Batteriespeicher-Marktchance außerhalb Chinas bis 2030 auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar. Zudem könnten Komplettlösungen aus Solartracking, Speichertechnologie und Software langfristig höhere Margen ermöglichen.
Angehobener Ausblick: Nextpower sieht weiter starkes Wachstum
Im Zuge der Bekanntmachung der Übernahme hat Nextpower auch seinen Umsatz- und Gewinnausblick für das Geschäftsjahr 2027 angehoben, das im April 2026 beginnt. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatz von 4,0 bis 4,4 Milliarden US-Dollar, nach zuvor 3,8 bis 4,1 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr würde das einem Wachstum von rund 18 Prozent entsprechen. Auch beim bereinigten EBITDA wird Nextpower optimistischer: Statt bislang 825 bis 900 Millionen US-Dollar rechnet das Unternehmen nun mit 845 bis 930 Millionen US-Dollar.
Dieser Optimismus dürfte nicht nur aus der Übernahme resultieren, sondern auch aus der positiven Entwicklung des bisherigen Kerngeschäfts: Der Markt für Solartracker dürfte laut Grand View Research zwischen 2024 und 2030 jährlich um 18,1 Prozent wachsen. Getrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch den stark steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren. Solarparks können dabei eine wichtige Rolle spielen, weil sie im Vergleich zu Atom- oder Gaskraftwerken deutlich schneller geplant und gebaut werden können.
Patentklage belastet kurzfristig – Bewertung bleibt anspruchsvoll
Zum Start in die neue Woche sorgte zudem eine Patentklage gegen GameChange Solar für Unsicherheit. Nextpower wirft dem Wettbewerber vor, mit seinen Genius-Tracker-Systemen und der dazugehörigen Software geschützte Solartracker-Technologie verletzt zu haben. Zusammen mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg könnte dies den Rücksetzer erklären. An der langfristigen Story ändert die Klage zunächst jedoch wenig.
Gleichzeitig ist die Aktie nach dem starken Lauf der vergangenen Monate nicht mehr günstig bewertet: Mit einem Forward-KGV von rund 32 liegt die Bewertung deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Quartale. Für langfristig orientierte Anleger bleibt Nextpower dennoch spannend. Defensive Anleger könnten jedoch zunächst einen Rücksetzer abwarten.
Häufig gestellte Fragen:
Was macht Nextpower?
Nextpower ist ein Anbieter von Solartrackern, Software und Systemlösungen für große Solarparks. Die Technologie richtet Solarmodule automatisch nach dem Sonnenstand aus und steigert so den Energieertrag.
Warum ist Nextpower für KI-Rechenzentren interessant?
KI-Rechenzentren benötigen immer mehr Strom und stellen hohe Anforderungen an Netzstabilität und Stromversorgung. Nextpower könnte davon profitieren, weil das Unternehmen Solarparks effizienter macht und durch die Prevalon-Übernahme auch Batteriespeicherlösungen anbietet.
Ist die Nextpower-Aktie jetzt ein Kauf?
Die Nextpower-Aktie bleibt wegen Solartracking, Batteriespeichern und KI-Strombedarf langfristig spannend. Nach dem starken Kursanstieg ist die Bewertung mit einem Forward-KGV von rund 32 jedoch anspruchsvoll, weshalb defensive Anleger einen Rücksetzer abwarten könnten.