Zum Quartalsende droht den globalen Aktienmärkten laut JPMorgan ein Verkaufsdruck in gigantischen Ausmaßen: Einige Staatsfonds wollen Hunderte Milliarden Dollar aus Aktien abziehen.
Die globalen Finanzmärkte stehen vor einer möglicherweise historischen Portfolioumschichtung zum Quartalsende (30. Juni): Nach Schätzungen der US-Investmentbank JPMorgan könnte das Gesamtvolumen dieser Umschichtungswelle rund 165 Milliarden US-Dollar erreichen – sowohl auf der Verkaufsseite bei Aktien als auch auf der Kaufseite bei Anleihen.
JPMorgan mit technischer Warnung: Umschichtungswelle mit 165 Milliarden Dollar erwartet
Es wäre damit die größte quartalsweise Neuausrichtung seit mindestens vier Jahren, schreiben US-Medien unter Berufung auf die Bank, die deshalb eine technische Warnung herausgibt.
Eine große Rolle spielt dabei der japanische Government Pension Investment Fund (GPIF), der weltgrößte Pensionsfonds, der demnach Aktienverkäufe im Umfang von rund 60 Milliarden Dollar plant. Der norwegische Staatsfonds soll ebenso Papiere im Wert von etwa 40 Milliarden Dollar veräußern.
Wenn Sie auf der Suche nach sicheren Aktien sind, dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf den BÖRSE ONLINE Stabile Werte Index werfen.
Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) könnte laut den Analysten bis zu 25 Milliarden Dollar an Aktien verkaufen. Dazu kommen dann noch amerikanische Betriebsrenten, bei denen JPMorgan mit Aktienabgaben von rund 55 Milliarden Dollar rechnet.
Risiko für deutliche Kursbewegungen steigt - Was Anleger wissen müssen
Diese Portfolioanpassungen werden zwar routinemäßig zum Ende des Quartals durchgeführt, treffen nun aber auf einen Markt mit hohen Fremdkapitalquoten und vielen KI-Investitionen. Dadurch könnte das Risiko von deutlichen Kursbewegungen vor allem bei Tech-Werten steigen.
Allerdings muss man dazusagen, dass Analysten in den Jahren 2023, 2024 und 2025 ähnliche Warnungen ausgesprochen haben - passiert ist nichts. Auf längere Sicht bleibt JPMorgan deshalb auch optimistisch für die zweite Hälfte des Jahres 2026.
Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Häufige Fragen
Warum findet die Umschichtungswelle zum Quartalsende statt (Rebalancing)?
Rebalancing bezeichnet die Neuausrichtung eines Portfolios auf eine zuvor festgelegte Zielallokation – etwa ein bestimmtes Verhältnis von Aktien zu Anleihen. Zum Quartalsende sind institutionelle Anleger wie Pensionsfonds oder Staatsfonds oft regulatorisch oder strategisch verpflichtet, ihre Portfolios auf diese Zielgewichtungen zurückzuführen, was in kurzer Zeit zu erheblichen Kaufs- und Verkaufsbewegungen führen kann.
Warum spielen Staatsfonds wie der norwegische oder japanische Fonds eine so zentrale Rolle?
Staatsfonds und große Pensionsfonds gehören zu den kapitalkräftigsten Investoren der Welt. Allein der japanische GPIF verwaltet ein Vermögen von über 1,5 Billionen Dollar. Schon kleine prozentuale Verschiebungen in ihrer Asset-Allokation bedeuten Transaktionen in Milliardenhöhe – und können damit die globalen Märkte spürbar bewegen.
Wer ist JPMorgan?
JPMorgan ist eines der größten Finanzdienstleistungsunternehmen weltweit. Das US-amerikanische Institut ging aus dem historischen Bankimperium des US-Finanziers John Pierpont Morgan hervor und ist heute als globale Muttergesellschaft JPMorgan Chase & Co. organisiert.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.