Aixtron-Aktie: Übernahme-Prüfung wird Monate dauern - US-Geheimdienst interveniert wohl
· Börse Online Redaktion
Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf deutsche Geheimdienstkreise, der Stopp der Übernahme sei nach Intervention des US-Geheimdienstes erfolgt. In Washington werde befürchtet, dass China Chips von Aixtron in seinem Nuklearprogramm einsetzt.
Aixtron wies diese Bedenken zurück. Das Unternehmen sei ein Werkzeughersteller, kein Chipproduzent. Bei der Ausfuhr ihrer Anlagen nach Asien, insbesondere nach China, habe die Firma bislang jeweils ihre Exportlizenzen erhalten, erklärte ein Aixtron-Sprecher. Die Anlagen dienen der Herstellung von Halbleitern zur Produktion von Leuchtdioden (LED), die in der Unterhaltungselektronik, der Autoindustrie und bei industrieller Beleuchtung zum Einsatz kommen. Bislang habe das Unternehmen keine konkrete Fragen des BMWi im Rahmen der vertieften Prüfung erhalten, sagte der Sprecher.
Mit der erneuten Prüfung wird die Zeit für die Übernahme knapp, da die Frist für die Aixtron-Offerte am 28. Februar 2017 endet. Andernfalls erlischt das Angebot. Die Aktionäre haben bereits rund 65 Prozent der Anteilsscheine zum Kauf angedient und damit die Mindestannahmeschwelle übertroffen.
An der Börse reagierten Anleger schockiert. Die Aktie stürzte um bis zu 8,4 Prozent auf 4,73 Euro ab, das war der tiefste Stand seit fünf Monaten und deutlich unter der Offerte von 6,00 Euro je Aktie. FGC bietet über sein Vehikel Grand Chip Investment insgesamt 676 Millionen Euro für den 1983 aus der Aachener Hochschule RWTH hervorgegangenen Chipanlagenbauer mit seinen rund 750 Mitarbeitern. Mit im Boot bei dem Kauf ist die Firma Sino IC Fund Structure, an der unter anderem die chinesische Staatsbank China Development Bank beteiligt ist.
Die Volksrepublik hat ein milliardenschweres Investitionsprogramm aufgelegt, um die heimische Halbleiter-Branche auszubauen. Asien ist ein milliardenschwerer Markt, auf dem sich auch amerikanische Aixtron-Konkurrenten wie Veeco oder Applied Materials tummeln.
rtr
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