Sparmenüs und Marketing-Aktionen: Diese Aktie für die Ewigkeit hat es wieder zurück in die ­Erfolgsspur geschafft. Das Immobiliengeschäft verleiht dem Papier eine Extraprise Substanz - es winkt noch mehr Potenzial.

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Seit Kindheitstagen verbinden viele Amerikaner mit McDonald’s schnelles, erschwingliches Essen mit vertrautem Geschmack. Egal in welchem der 50 Bundesstaaten man Burger oder Pommes bestellt, es ist klar, was man bekommt. Produkte wie der McRib, McNuggets und allen voran der berühmte Big Mac genießen Kultstatus. Gerade für einkommensschwächere US-Haushalte ist das „Gasthaus zum Goldenen M“ traditionell eine der günstigsten Möglichkeiten, die ganze Familie satt zu bekommen.

Doch in den Jahren nach der Corona-Pandemie, die von starker Inflation geprägt waren, drehte die 1954 gegründete Fast-Food-Kette etwas zu aggressiv an der Preisschraube. 2024 sorgte ein Foto mit einem Big-Mac-Menü für satte 18 Dollar in den sozialen Medien für Empörung: Fast Food als Luxusgut? Joe Erlinger, Chef des US-Geschäfts, fühlte sich gar genötigt, in einem offenen Brief die Preiserhöhungen zu rechtfertigen.

Es half wenig: Besonders einkommensschwächere Haushalte konnten sich eine Einkehr immer seltener leisten, die Besucherzahlen in den rund 14.000 US-Filialen sanken, ebenso der Aktienkurs. Die US-Kette reagierte mit einem Strategieschwenk. Mit der Wiedereinführung von Extra Value Meals oder dem Five-Dollar-Meal-Deal gelang es McDonald’s, die Stammkundschaft wieder in die Filialen zu locken. Im Schlussquartal 2025 stieg der Nettoumsatz um zehn Prozent auf 7,0 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 3,12 Dollar.

Aktie für die Ewigkeit zurück in der Erfolgsspur

Besonders beeindruckend: Die vergleichbaren Filialumsätze legten weltweit um 5,7 Prozent zu, während die Wall Street ein Plus von 3,9 Prozent erwartet hatte. In den USA, wo die sogenannten Same-­Store-Sales ein Jahr zuvor infolge eines E.-coli-Ausbruchs noch um 1,4 Prozent gesunken waren, betrug das Plus nun starke 6,8 Prozent. Nach Angaben des Managements war dies neben den Sonderangeboten auch erfolgreichen Marketingaktionen zu verdanken.

Die vierteljährliche Dividende soll nun um fünf Prozent steigen. Anlegern winkt somit zum Auszahlungstermin am 17. März eine Ausschüttung von 1,86 Dollar je Anteilschein. Damit hat das Dow-Jones-Mitglied seine Dividende 50 Jahre in Folge erhöht und darf sich zum Kreis der sogenannten Dividendenkönige zählen.

„Indem wir unseren Kunden zuhören und handeln, haben wir die Kundenfrequenz verbessert und unsere Werte beim Preis‑Leistungs‑Verhältnis und bei der Bezahlbarkeit gestärkt“, kommentierte CEO Chris Kempczinski. Den Franchise-Nehmern, die 95 Prozent der Filialen betreiben, schmeckt der Fokus auf günstige Angebote nur bedingt. Denn der Konzern bewertet seit dem 1. Januar die Restaurants auch danach, ob ihre Preise als fair wahrgenommen werden. Das erschwert es den Betreibern, ihre Verkaufspreise weiterhin selbst festzulegen.

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Statista
Die Kundschaft war 2025 trotz besserer Digital- und Lieferangebote nicht glücklich mit McDonald’s. Die Nachwirkungen des Bakterienskandals im Herbst 2024 dürften dazu beigetragen haben.

Indirektes Immobilien-Investment

Das Franchise-Konzept ist übrigens ein wichtiger Teil des Erfolgsrezepts der Kette. Denn der Konzern verdient nicht nur mit dem Verkauf von Fast Food, sondern auch mit Mieten und Lizenzgebühren. Die große Mehrheit der weltweit rund 45.000 Restaurants wird von Lizenznehmern betrieben, doch 80 Prozent der Immobilien sowie in vielen Fällen auch die Grundstücke, auf denen sie stehen, gehören McDonald’s, berichtet Macquarie Asset Management. Und die befinden sich zuweilen in Toplagen großer Metropolen. Auf rund 120 Milliarden Dollar schätzte der Vermögensverwalter 2025 den Wert der Liegenschaften und Immobilien.

Derweil verdient der US-Konzern über Miete und Lizenzgebühren, die an den Umsatz gekoppelt sind: Steigen Preise für Burger und Co oder nimmt die Kundenfrequenz zu, legt das Ergebnis ebenfalls zu, ohne dass sich die Kette um höhere Lebensmittel- und Personalkosten sorgen müsste. Laut Macquarie Asset Management schließt McDonald’s bevorzugt sogenannte Triple-Net-Lease-Verträge ab. Dabei ist der Franchise-Nehmer für Instandhaltung, Versicherung und Steuern zuständig, während die Mieteinnahmen direkt dem Ergebnis von McDonald’s zugutekommen. Die Papiere des US-Konzerns bieten somit mehr als eine Beteiligung am reinen Restaurant-Geschäft, für das sich die Fast-Food-Kette im laufenden Jahr indes optimistisch zeigt. Das erste Quartal werde aufgrund schlechten Wetters im Januar etwas schwächer ausfallen als im Vorquartal, hieß es. Dennoch sei der Start ins neue Jahr vielversprechend. Unter anderem plant McDonald’s neue Investitionen in Höhe von 3,7 bis 3,9 Milliarden Dollar im Gesamtjahr. Der größte Teil davon soll in rund 2.600 neue Standorte fließen. Zudem setzt die Kette verstärkt auf Bestellungen per App. Zum einen, um Personalkosten zu reduzieren, zum anderen, um die Kundenbindung durch personalisierte Angebote und Treuepunkte zu erhöhen und gleichzeitig wertvolle Daten zu sammeln. Auf der Speisekarte soll es im Lauf des Jahres derweil Neuerungen wie Energy Drinks oder Fruchtsäfte geben. Zudem liegt der Fokus auf dem Ernährungstrend Protein, dem das Unternehmen verstärkt mit Fisch- und Geflügelgerichten Rechnung trägt.

Derzeit gehört die Aktie zu den sogenannten „Halo“-Titeln (Heavy Assets, Low Obsolescence), also zu den Papieren von Firmen mit defensiven Qualitäten und einem geringem Risiko, wegen des Vormarschs der künstlichen Intelligenz vor dem Aus zu stehen. Erste Group stufte die Aktie jüngst auf „Kaufen“ hoch und verwies auf überdurchschnittliche Margen und gute Wachstumsperspektiven. Bleiben die Konsumenten bei Laune, dürfte der Titel den Aufwärtstrend fortsetzen. 

McDonald’s (WKN: 856958)

Dieser Artikel erschien zuerst in der BO Ausgabe 10/26. Für weitere spannende Empfehlungen geht es hier zum digitalen Magazin.

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