Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank heben ab - Was Analysten nun empfehlen
· Börse Online Redaktion
Am Donnerstag waren sie mit einem leichten Minus aus dem Handel gegangen, nachdem die EZB ihre Geldpolitik weiter gelockert hatte. Die Notenbank hatte unter anderem den Leitzins erstmals auf null Prozent gesenkt und angekündigt, das Kreditgeschäft der Banken anzukurbeln. Das sorgte zunächst für Kauflaune bei den Anlegern, später schmolzen die Gewinne jedoch dahin.
Die Deutsche Bank warnte am Freitag vor einem schwachen Jahresauftakt. "Das für gewöhnlich starke erste Quartal droht in diesem Jahr für die gesamte Branche schlecht auszufallen. Die Deutsche Bank ist hier keine Ausnahme", teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr gab die Bank jedoch nicht ab.
Die Commerzbank zeigte sich ebenfalls vorsichtig. "2016 dürfte es eine unverändert hohe Volatilität an den Kapitalmärkten und weitere Belastungen aus dem Niedrigzinsumfeld geben", erklärte sie. Dennoch wolle man den Vorjahresgewinn von rund einer Milliarde Euro im neuen Geschäftsjahr übertreffen.
Bei den Anlegern überwog dennoch die Freude über die geldpolitischen Maßnahmen der EZB. Den Geldhäusern winken ab Juni 2016 besonders günstige längerfristige Kreditlinien bei der Notenbank. Damit verbunden ist, dass die Finanzinstitute das billige Geld in Form von Krediten an die Wirtschaft weiterreichen.
Nach Einschätzung von Analysten dürfte diese Vorgehensweise dem gesamten Bankensektor zugutekommen. Die Refinanzierungskosten würden damit deutlich gesenkt, und die Aktienkurse dürften kurzfristig steigen, schrieben zum Beispiel die Experten vom Bankhaus Metzler.
Für die Aktien der Deutschen Bank vergaben Analysten laut Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg nach der EZB-Zinsentscheidung zwei Kauf-, drei Halte- und eine Verkaufsempfehlung. Für die Papiere der Commerzbank vergaben sie eine Kauf- und zwei Halteempfehlungen.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs beließ in einer Studie ihre Urteile für beide deutschen Banken auf "Neutral" und senkte die Kursziele von 27,90 auf 27,20 Euro bzw. von 9,50 auf 9,25 Euro. Analyst Jernej Omahen reduzierte seine Gewinnschätzungen je Aktie für die europäischen Kredithäuser um insgesamt zwei bis bis Prozent, um den von der EZB beschlossenen höheren Strafzinsen für Bankeinlagen Rechnung zu tragen.
Mit Material von Reuters und dpa-AFX
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