Aktienanleger machen Kasse - Dax beendet Rekordserie
· Börse Online Redaktion
Dafür war auch der Auftragsschwund in der US-Industrie verantwortlich. Denn die Orders waren im Dezember überraschend um 3,4 Prozent eingebrochen. Zudem hinterließen schwache Geschäftszahlen tiefe Spuren: So stürzten die Aktien von Microsoft zeitweise um über zehn Prozent ab. Der Software-Hersteller hatte wegen mauer Nachfrage nach Windows einen Gewinneinbruch von 24 Prozent im Quartal zu verkraften. Mit einem Abschlag von bis zu acht Prozent zählten auch die Titel von Caterpillar zu den Schlusslichtern. Bei dem weltgrößten Baumaschinenbauer war der Gewinn um ein Viertel abgesackt.
Die Enttäuschung der Anleger über die Entwicklung der US-Wirtschaft löste Spekulationen über den Zeitpunkt der ursprünglich für den Sommer erwarteten Zinserhöhung in den USA aus. "Das könnte die Fed verleiten, mit der Zinserhöhung noch länger zu warten", sagte ein Händler. Den Euro schob diese Überlegung wieder über 1,14 Dollar - ein Tagesplus von beinahe zwei US-Cent. Die US-Notenbanker werden ihre jüngste Entscheidung zum geldpolitischen Kurs am Mittwochabend veröffentlichen.
Die Ankündigung der EZB, ab März die Notenpresse anzuwerfen, hatte die Anleger zu Aktienkäufen animiert. Zugleich war der Euro aber auf Talfahrt gegangen.
ANLEGER NEHMEN BEI AUTOWERTE GEWINNE MIT
Zu den größten Dax-Verlierern zählten die Aktien von Siemens mit einem Abschlag von drei Prozent auf 99,83 Euro. Laut Börsianer hatten viele auf eine positive Überraschung gesetzt - die Aktien haben seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent gewonnen. Wie die Münchener baut auch der niederländische Konkurrent Philips seine Konzernstruktur um, was den Aktionären einiges abverlangt. Philips brachen in Amsterdam um fast sechs Prozent ein - die Titel hatten seit Jahresbeginn fast elf Prozent zugelegt.
Bergab ging es auch mit den Finanzwerten - allen voran den Aktien der Deutschen Bank, die am Dax-Ende um 3,4 Prozent sanken und damit den größten Teil ihres bisherigen Jahresgewinn wieder abgaben. Händler nannten Spekulationen auf schwache Quartalszahlen als Grund für die Verkäufe. Deutschlands größte Bank wird am Donnerstag ihre Bilanz für das vergangene Jahr und vermutlich rote Zahlen für das Schlussquartal präsentieren.
Zu den Verlierern im Dax zählten auch die Autowerte: Daimler und BMW büßten je rund drei Prozent ein. Seit Jahresbeginn hatten sie angesichts bessere Wettbewerbschancen dank des niedrigen Euro je 17 Prozent gewonnen. Bei den Nebenwerten stand nach einem skeptischen Ausblick der 17,5-prozentige Kurssturz von SMA Solar im TecDax im Fokus.
Nach dem Wahlsieg der Syriza-Partei - sie lehnt den von den Gläubigerländer verordneten Sparkurs ab - zogen die Anleger ihre Gelder von der Athener Börse weiter ab: Der Leitindex fiel um 3,7 Prozent, der Banken-Index brach um 11,7 Prozent ein.
rtr
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