Allianz-Aktie, Münchener Rück und Co: Versicherer spüren bei Infrastruktur-Deals Gegenwind
· Börse Online Redaktion
"Es gibt mehr Interessenten als Projekte", sagt der Chef des belgischen Versicherers Ageas, Bart De Smet, dessen Unternehmen rund 1,5 Milliarden Euro in europäische Infrastrukturprojekte gesteckt hat. "Wir beobachten, dass die Banken sich zurückmelden." Sie hatten sich nach der weltweiten Finanzkrise von 2008 weitgehend zurückgezogen, waren mit Aufräumarbeiten in der Bilanz beschäftigt und mussten höheren Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden entsprechen. Diesen Rückzug glichen die Versicherer aus. Mittlerweile haben sich viele Geldhäuser aber auf das veränderte Umfeld eingestellt und suchen wegen der anhaltenden Mini-Zinsen selbst wieder nach auskömmlichen Bereichen.
Nebenwirkung des wiederentdeckten Engagements: Die Renditen fallen für alle Anbieter von Finanzierungen. Das ist gut für die Auftraggeber, in Deutschland etwa die Länder oder der Bund. Aber für die Versicherer ist es ein Problem. Sie haben sich daran gewöhnt, hier wesentlich höhere Renditen als mit Staatsanleihen einfahren zu können. Thomas Bayerl, Infrastruktur-Experte bei der Münchener-Rück-Investmenttochter MEAG, sagt, für ein gewisses Risiko müsse es auch eine entsprechende Marge geben. "Sonst lehnen wir solche Projekte ab."
Besonders aktiv im Markt waren Experten zufolge zuletzt vor allem deutsche und japanische Banken. Laut Thomson-Reuters-Daten summierten sich die Kreditzusagen in der Projektfinanzierung in den ersten neun Monaten 2015 weltweit auf 200 Milliarden Dollar - ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Europa wurden demnach dieses Jahr bereits mehr als 30 große Infrastruktur-Finanzierungen abgeschlossen, jeweils mit einem Volumen von mehr als 500 Millionen Dollar. Nur ein Drittel davon wurde über Anleihen mit Geld von institutionellen Investoren finanziert, darunter die Versicherer, der Rest von Banken.
Für die Versicherer sind Infrastruktur-Investments auch attraktiv, weil sie langfristige und gut berechenbare Einnahmen versprechen. Durch die neue Konkurrenz müssen sich die Assekuranzen nun aber nach Alternativen umschauen - Immobilien, Unternehmensfinanzierungen über Kredite, Beteiligungen an Firmen. Die großen Versicherer mischen hier bereits mit, könnten ihr Engagement aber bald ausweiten.
Reuters
Buchtipp: Alles, was Sie über Stock-Picking wissen müssen
Es ist der Traum eines jeden Anlegers: die nächste Amazon, Apple, Tesla oder Google vor allen anderen zu finden, sie ins Depot zu legen, jahrelang nicht anzurühren und dann eines Tages den Verzehn-, Verzwanzig- oder gar Verhundertfacher sein Eigen zu nennen. Oder zumindest die Unternehmen zu finden, deren Anteile sich besser entwickeln als der Gesamtmarkt. Der Name dieser Kunst: „Stock-Picking“ – die Auswahl der Gewinner von morgen. Joel Tillinghast ist einer der erfolgreichsten Stock-Picker überhaupt. In diesem Buch teilt er seine Gedanken, seine Methoden und seine Strategien mit dem Leser. Er zeigt, welche Fehler die Masse macht, welche Nischen man ausnutzen kann, wie man denken sollte und vieles mehr. Unter dem Strich ein Lehrbuch, das seine Leser zu erfolgreicheren Anlegern machen wird.
Autoren: Tillinghast, Joel
Seitenanzahl: 384
Erscheinungstermin: 24.07.2025
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-68932-065-2