Das Analysehaus Oppenheimer hat den Chip-Sektor genau unter die Lupe genommen. Der Treiber bleibt der ungebremste KI-Boom – und wir verraten Ihnen, welche konkreten Titel auf der Empfehlungsliste der Analysten stehen.
Oppenheimer zieht in einer neuen Studie ein klares Fazit: Die Nachfrage der Cloud-Konzerne nach KI-Hardware übersteigt das Angebot noch immer deutlich. Engpässe bei Wafern, Packaging und Speicher treiben Preise und Lieferzeiten nach oben – und stützen aus Sicht der Analysten vor allem vier Titel.
KI-Rennen läuft ohne Bremsspuren
Oppenheimer-Analyst Rick Schafer sieht den Wettlauf um Künstliche Intelligenz weiter im Vollgasmodus. Besonders die großen Cloud-Anbieter ordern so viele Systeme, dass die Lieferketten bis weit ins Jahr 2027 hinein unter Spannung bleiben. Schafer setzt deshalb auf Firmen, die nicht nur zyklisch profitieren, sondern über mehrere Jahre hinweg überdurchschnittlich wachsen können. Zu seinen Favoriten sind Nvidia, Broadcom, Monolithic Power Systems und Marvell Technology.
Nvidia bleibt das Schwergewicht
Am stärksten hebt Schafer Nvidia hervor. Bei den Server-Racks für Grace Blackwell und Vera Rubin rechnet er 2026 mit mehr als 75.000 ausgelieferten Einheiten. Den durchschnittlichen Verkaufspreis von Vera Rubin verortet er mindestens 50 Prozent über Grace Blackwell und damit nahe an 7 Millionen Dollar pro Rack. Nvidia selbst hat Mitte März auf der GTC die Vera-Rubin-Plattform in den Mittelpunkt gestellt und zugleich den Umsatzspielraum für Blackwell- und Rubin-Systeme bis 2027 auf mehr als 1 Billion Dollar beziffert. Das zeigt, wie groß der Markt inzwischen geworden ist.
Broadcom, Monolithic Power und Marvell profitieren mit
Broadcom punktet aus Sicht von Oppenheimer vor allem über kundenspezifische KI-Chips und Netzwerktechnik. Dass das Umfeld heißläuft, zeigen auch die Aussagen aus dem Markt: Broadcom verwies zuletzt selbst auf Kapazitätsgrenzen bei TSMC. Marvell bleibt ebenfalls im Rennen, weil der Konzern bei Verbindungs- und Speichertechnik für KI-Rechenzentren mitmischt. Erst vor wenigen Tagen stellte Marvell neue CXL-Switches vor, die die „Memory Wall“ in KI-Servern entschärfen sollen. Monolithic Power wiederum dürfte von den steigenden Anforderungen an das Power-Management profitieren, weil Vera Rubin deutlich mehr Energieversorgung verlangt als frühere Nvidia-Systeme.
ASICs, Kupfer und neue Flaschenhälse
Schafer sieht zudem weiter Rückenwind für ASICs, also kundenspezifische Beschleuniger. Vor allem Googles Tensor-Prozessoren treiben diesen Bereich an. Zugleich verbreiten sich aktive Kupferkabel in Rechenzentren stärker, angeführt von Google. Selbst neue Design-Wins schlagen laut Oppenheimer aber oft erst ab Mitte 2028 sichtbar auf den Umsatz durch. Denn Betreiber müssen Nvidia-Racks, ASIC-Systeme und ältere Infrastruktur erst sauber zusammenbringen. Genau dort liegen derzeit viele Reibungsverluste in den Data Centern.
Schwache Endmärkte bremsen nur teilweise
Weniger freundlich wirkt das Bild bei Smartphones und klassischen PCs. Oppenheimer erwartet vor allem im unteren und mittleren Smartphone-Segment Druck, in China sogar mit Rückgängen von fast 20 Prozent. Apple hält sich bei höheren Speicherpreisen laut Schafer robuster. Auch der PC-Markt dürfte 2026 um rund 11 Prozent schrumpfen. Teurere AI-PCs könnten einen Teil dieser Schwäche jedoch auffangen. Für Anleger zählt damit vor allem eines: Wer im Chipsektor auf die großen KI-Budgets setzen will, landet laut Oppenheimer derzeit vor allem bei Nvidia, Broadcom, Monolithic Power und Marvell.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Tech-Giganten Index» glücklicher.
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Häufige Fragen zu diesen Tech-Giganten:
Verwöhnen sämtliche der genannten Werte ihre Aktionäre mit Dividenden?
Ja, aber eher in (sehr) bescheidenem Ausmass.
Welche der von Oppenheim empfohlenen Aktien weist derzeit die höchste Dividendenrendite auf?
Dies ist aktuell die Broadcom-Aktie mit einer jährlichen Dividendenrendite von 0,80 Prozent.
Welche der von Oppenheim empfohlenen Aktien hat das tiefste und welche Aktie das höchste KGV?
Das geringste KGV weist momentan die Marvell Technology-Aktie mit 30,70 auf, das höchste (und damit grundsätzlich das risikoreichste) KGV hat die Monolithic Power Systems-Aktie mit einem Wert von 82,64.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Apple.