Die Aktie hat am Dienstag spürbar nachgegeben und sich deutlich schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. Auslöser ist ein neuer Gesetzesentwurf in den USA.
Im frühen Handel rutschte die Aktie des niederländischen KI-Giganten zeitweise um rund 4,5 Prozent ab und fiel auf etwa 1.108 Euro. Damit gehörte die Aktie zu den größten Verlierern im Euro Stoxx 50.
Hintergrund der Schwäche ist der sogenannte „Match Act“ („Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware“), der in Washington parteiübergreifend eingebracht wurde. Marktbeobachter befürchten, dass die Initiative insbesondere das Exportgeschäft von DUV-Lithografieanlagen nach China einschränken könnte – ein wichtiger Absatzmarkt für ASML.
Analysten warnen vor potenziellen Belastungen
Laut JPMorgan könnte sich der Gesetzesvorstoß negativ auf Umsatz und Profitabilität von ASML auswirken. Analyst Sandeep Deshpande warnte vor möglichen Belastungen, sollte das Gesetz tatsächlich umgesetzt werden.
Noch konkreter wird die Einschätzung von UBS: Analyst Francois-Xavier Bouvignies geht davon aus, dass im Jahr 2026 etwa fünf bis zehn Prozent des Gewinns je Aktie betroffen sein könnte. Gleichzeitig betont er jedoch, dass der Gesetzgebungsprozess keineswegs abgeschlossen ist und der Entwurf noch scheitern könnte.
Hohe Bewertung als zusätzlicher Belastungsfaktor
Neben den politischen Unsicherheiten dürfte auch die hohe Bewertung der Aktie eine Rolle für den Kurseinbruch gespielt haben. Nach einer starken Kursrally von rund 115 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate notiert die Aktie aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 45 und damit oberhalb ihres historischen Durchschnitts. Vor diesem Hintergrund nutzen einige Anleger die jüngsten Nachrichten offenbar, um Gewinne mitzunehmen.
Spannung vor den nächsten Quartalszahlen
Unterm Strich zeigt sich: Regulatorische und geopolitische Entwicklungen bergen erhebliche Risiken für den Halbleitersektor. Der Markt richtet den Blick nun auf die anstehenden Quartalszahlen von ASML am 15. April. In der anschließenden Analystenkonferenz werden Investoren insbesondere darauf achten, wie das Management die aktuellen regulatorischen Entwicklungen einordnet.
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Häufig gestellte Fragen:
Was bedeutet der „Match Act“ für ASML?
Der Gesetzesentwurf zielt darauf ab, Exporte für KI-Schlüsseltechnologien international stärker zu kontrollieren. Für ASML könnte das Einschränkungen beim Verkauf von DUV-Lithografieanlagen nach China bedeuten.
Wie sehen Analysten die aktuellen Entwicklungen um ASML?
Analysten gehen davon aus, dass im Jahr 2026 etwa fünf bis zehn Prozent des Gewinns je Aktie betroffen sein könnten. Allerdings ist noch unklar, ob und in welcher Form das Gesetz tatsächlich umgesetzt wird.
Wann veröffentlicht ASML seine Quartalszahlen?
ASML Holding wird die Zahlen für das erste Quartal 2026 voraussichtlich am 15. April vor Börseneröffnung vorlegen.