Der Autobauer liefert zum Jahresauftakt starke Zahlen, die Aktie reagiert kaum. Aufträge vom Militär könnten Rückenwind geben.
Starke Zahlen zum ersten Quartal kommen vom Autobauer Ford. Wieder einmal sind es die „Dickschiffe“ der US-Amerikaner, die sich gut verkaufen. Der Konzern meldete 3,5 Milliarden US-Dollar bereinigten Gewinn bei 43,3 Milliarden Umsatz. Erwartet wurden lediglich 1,3 Milliarden beziehungsweise 42,7 Milliarden. Selbst ohne einen Zollvorteil von 1,3 Milliarden war das Ergebnis besser als prognostiziert. Und das obwohl der Hersteller mit 934.000 Fahrzeugen 37.000 weniger als noch im Vorjahresquartal verkaufte.
3-Säulen-Strategie
Ford ist kein Einheitskonzern mehr, sondern steht auf drei Säulen: Ford Pro ist der Profit-Pool. Dort verdient der Autobauer an Nutzfahrzeugen, Flotten, mit Software und Services. In den Zahlen für 2025 steht Pro für mehr als 66 Milliarden Dollar Umsatz und 6,8 Milliarden Dollar Ebit — eine zweistellige Marge. Ein Motor, der auch in rauem Umfeld weiter läuft.
Ford Blue ist der Cash- und Mix-Stabilisator. Das klassische Pkw- und Pick-up-Geschäft lieferte 101 Milliarden Dollar Umsatz und rund drei Milliarden Ebit. Blue hängt am Zyklus, finanziert aber den Umbau. Das Segment Ford Model e ist hingegen eine Wette — und noch ein Milliardengrab. 2025 stand ein Ebit-Verlust von 4,4 Milliarden Euro. Das Segment muss ab 2027 mit der neuen Universal-EV-Plattform den Verlustpfad verlassen.
Das aktuelle Quartal zeigt, wie stark der Mix inzwischen wirkt. Ford verkauft Trucks gezielt an Haushalte mit höherem Einkommen, wie CFO Sherry House betont. Hochpreisige Offroad-Performance-
Varianten machen fast ein Viertel der US-Verkäufe aus. Dieser Premium-Mix dämpft den Gegenwind aus Zöllen, Rohstoffen und Zulieferpreisen. Trotzdem bleiben Belastungen: Vor allem drückt die höher als erwartete Inflation mit mehr als einer Milliarde Dollar. Dazu kommen Lieferkettenrisiken, etwa Probleme bei der Aluminiumversorgung nach einem Brand im Novelis-Werk in Oswego. Deswegen tritt Ford auf die Kostenbremse: Der Konzern will die qualitätsbedingten Ausgaben 2026 um eine Milliarde US-Dollar senken.
Gute Aussichten
Der Blick nach vorn stimmt zuversichtlich. Der Konzern hob die 2026er-Prognose für den operativen Gewinn auf 8,5 bis 10,5 Milliarden US-Dollar an, nach zuvor acht bis 10 Milliarden US-Dollar. Rückenwind könnte zudem von einer anderen Seite kommen. Konzernchef Jim Farley sagte vergangene Woche, dass man sich in Gesprächen mit der Regierung mit Verteidigungsbezug befinde. Diese seien noch im Anfangsstadium. US-Medien berichteten, dass die Regierung Autobauer wie Ford und General Motors stärker in die Rüstungsindustrie einbinden wolle.
Fazit
Trotz starker Ergebnisse notiert der Kurs bei der Hälfte von vor vier Jahren. Mit einem KGV von acht ist Ford günstig bewertet. Die Sparten Pro und Blue federn die Verluste in der E-Mobilität ab. Dazu kommt die Fantasie, dass Rüstungsaufträge durch die US-Regierung anfallen. Wer es etwas spekulativer haben möchte, legt sich das Derivat ins Depot.