Nach einer heftigen Dividendenkürzung setzt der DAX-Konzern auf einen Neustart. Das Portfolio wird geschärft, China wird immer wichtiger. Das müssen Anleger jetzt wissen.
Die deutsche Chemieindustrie steckt in einer schweren Krise. Die hartnäckige Konjunkturschwäche und hohe Energiekosten haben den Unternehmen zugesetzt. Laut Branchenverband VCI sind die Anlagen in Deutschland nur zu 70 Prozent ausgelastet. Das hat Konsequenzen auch für die Dividende. BASF hat die Ausschüttung im vergangenen Jahr massiv von 3,40 auf 2,25 Euro je Aktie gesenkt. Die Aktie ist damit nicht nur beim Kurs, sondern auch bei der Dividende eine spannende Comeback-Spekulation.
Die neue Ausschüttungspolitik von BASF setzt auf zwei Komponenten: Mindestens 2,25 Euro je Aktie sollen als Dividende direkt ausgezahlt werden. Zusätzlich will der Konzern eigene Aktien zurückkaufen. Für beide Komponenten sollen in den Jahren 2025 bis 2028 zwölf Milliarden Euro ausgegeben werden. Das wären über die gesamte Strecke im Schnitt drei Milliarden Euro pro Jahr. Die Rückkäufe haben im November begonnen. Bis Ende Juni sollen Papiere im Wert von bis zu 1,5 Milliarden abgesaugt werden. Bei vier Milliarden Euro bis Ende 2028 würden der Aktienbestand bei aktuellem Kursniveau um rund zehn Prozent sinken. Entsprechend weniger Stücke müssten bei künftigen Dividendenzahlungen berücksichtigt werden.
Der China-Faktor
Am wichtigsten: Das operative Geschäft muss in Schwung kommen. Für 2025 kalkulierte der Konzern zuletzt mit einem Free Cashflow zwischen 0,4 Milliarden und 0,8 Milliarden Euro. Das ist immer noch zu wenig. Die Hoffnung: 2025 soll den Tiefpunkt markieren. Der Analystenkonsens erwartet für das neue Jahr einen Anstieg des Free Cashflow auf rund 2,3 Milliarden Euro. Ein wichtiger Faktor ist dabei China. Das neue Werk am Standort Zhanjiang hat im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen. Die Kosten des 8,7 Milliarden Euro teuren Großprojekts werden sinken. Zugleich wird das Werk, nach Ludwigshafen und Antwerpen das drittgrößte von BASF, Geld hereinholen. Derweil schärft der Chemiegigant das Konzernportfolio. Die Mehrheit des Lackgeschäfts geht an den Finanzinvestor Carlyle, das Agrarchemiegeschäft soll 2027 an die Börse gebracht werden.
Der große Unsicherheitsfaktor, im positiven wie negativen Sinne, ist die Konjunkturentwicklung in Europa. Staatliche Investitionen in die Infrastruktur werden positive Impulse setzen. Unser Basisszenario für BASF ist, dass die Dividende bis 2028 auf dem aktuellen Niveau von 2,25 Euro bleibt. Das entspricht bei aktuellen Kursen einer Dividendenrendite von rund fünf Prozent. Längerfristig sollte mehr drin sein. Das gilt auch für den Aktienkurs von BASF, der zuletzt deutlich schlechter gelaufen ist als der DAX.
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Hinweis auf Interessenskonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.