Bayer-Aktie fällt trotz guter Zahlen: Warum Langfrist-Anleger sich davon nicht beriren lassen sollten
· Börse Online Redaktion
Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg im abgelaufenen Berichtszeitraum mit 11,2 Milliarden Euro leicht gegenüber dem Vorjahr an und lag damit nur knapp unter den Durchschnittsschätzungen der Analysten. Der operative Gewinn (Ebitda) legte hingegen mit sechs Prozent auf 2,68 Milliarden Euro deutlich stärker als gemeinhin erwartet. Das es trotz dieser Ergebnisse zu Kursverlusten kam, scheint auch auf kurzfristige Trader zurückzugehen. Mit dem Minus werden die gesamten Kursgewinne der vergangenen Tage mehr als abgegeben. Die Aktie beendet damit ihren jüngsten Ausbruchsversuch und kehrt in ihre Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen zurück.
Für langfristig orientierte Anleger bietet das Zahlenwerk allerdings deutlich weniger Grund für Pessimismus als für all jene, die nur die Quartalszahlen spielen wollten. Erfreulich ist vor allem die Entwicklung im Pharmageschäft. Die Medikamentenverkäufe stiegen um mehr als sieben Prozent auf 4,1 Milliarden Euro und konnten ihre Ebdita mit einem Plus von 13 auf 1,4 Milliarden Euro überproportional steigern. Der zweite Ergebnistreiber war die Spezialchemietochter Covestro, die ihren bereinigten operativen Gewinn dank Preissteigerungen um fast ein Fünftel auf 564 Millionen Euro verbesserte.
Als Resultat konkretisierte der Konzern seine Prognose und glaubt nun an eine Steigerung des Gewinns ja Aktie im hohen einstelligen Prozentbereich. Zuvor war der Pharmakonzern nur von einer Ertragsverbesserung im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Allerdings bleiben die Erwartungen für das operative Ergebnis des Gesamtkonzerns unverändert. Die Gewinnsteigerungen gehen damit auch auf positive Steuer- und Finanzierungseffekte zurück.
Dennoch können die Zahlen insgesamt als gut gewertet werden. Das Management hatte erst Ende September ausführlich über seine Pläne und die Lage bei Bayer informiert. Große Überraschungen waren somit ohnehin nicht erwartet worden. Natürlich lastet die geplante Milliardenübernahme weiter auf der Aktie, doch wir sehen auf dem aktuellen Kursniveau weiter eine gute Einstiegschance.
Kursziel: 112,00 Euro
Stoppkurs: 79,00 Euro
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