Die Aktie von Bayer zeigt sich nach ihrem fast zweistelligen Kursabsturz am Mittwoch plötzlich wieder sehr freundlich. Das steckt konkret dahinter.
Am Donnerstag können die Aktien von Bayer wieder deutlich gewinnen, nachdem die Papiere am Mittwoch zeitweise zweistellig unter Druck geraten sind. Der Grund für die Kursreaktion sind dabei positive Nachrichten aus den USA.
Bayer-Aktie zieht nach Crash wieder an
So hat der Unkrautvernichter Glyphosat laut Informationen des Handelsblattes von der US-Regierung unter Donald Trump einen Sonderstatus im Rahmen des Defence Production Acts (DPA) erhalten.
Dadurch ist Bayer nun dazu verpflichtet, im Falle des Falles zuerst nationale Interessen der USA bei der Produktion zu bedienen. Umgekehrt erhält Bayer von der Regierung Schutz und Unterstützung für die Produktion und auch zum Teil beim Thema Produkthaftung.
Für Bayer ist besonders letzterer Punkt extrem wichtig, da das Unternehmen eine Grundsatzentscheidung des US-Supremcourts zu Glyphosat erwartet, wobei hier auch die US-Regierung eingeschaltet worden ist. Sollte das Urteil hier positiv ausfallen, so wäre dies das Ende für einen Großteil der Glyphosat-bezogenen Klagen gegen den DAX-Konzern.
Analysten bei Bayer-Aktie uneinig
Derweil hat Bayer in den vergangenen Tagen bereits versucht, mit einem großangelegten Vergleich für Ruhe bei den Klagenden zu sorgen. Von der Börse wurde dieser Vorstoß am Dienstag zunächst mit Jubel und am Mittwoch mit einem Abverkauf quittiert. Auch die Analysten sind sich uneinig:
So hat die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für Bayer am Donnerstag mit einem Kursziel von 50 Euro auf "Overweight" belassen. Analyst Charles Pitman-King bezeichnete den Glyphosat-Vergleich in den USA in seinem Resümee vom Donnerstag als kleinen Schritt nach vorn für die Leverkusener. Die Wahrscheinlichkeit steige, dass die Belastung durch die Rechtsstreitigkeiten durch den Unkrautvernichter im Jahr 2026 abgehakt werden könnte.
Die DZ Bank hat dagegen den fairen Aktienwert für Bayer von 51 auf 42 Euro gesenkt und die Papiere von "Kaufen" auf "Verkaufen" abgestuft. Aus Sicht des Experten Peter Spengler ist der Glyphosat-Vergleich in den USA ein "teuer erkaufter Schritt zu mehr Planungssicherheit", wie er am Mittwoch schrieb. Der nun vorgelegte Vergleich unterscheide sich wesentlich von einem früheren Versuch aus dem Jahr 2020. Es handele sich um ein langfristig auf 21 Jahre angelegtes Entschädigungsprogramm, das sowohl aktuelle als auch zukünftige Kläger in einem einheitlichen Rahmen berücksichtige. Spengler zufolge könnte sich der Schritt langfristig lohnen. Es gebe andere teure Beispiele, in denen sich die Risikosituation der betroffenen Unternehmen langfristig deutlich verbessert habe. Mit der Senkung des fairen Werts reagiert der Experte auf die erhöhten finanziellen Belastungen für die Leverkusener und den kurzfristig erwarteten Kursdruck.
Enthält Material von dpa-AFX
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.