Dieser Tech-Gigant übertrifft mit seinen Quartalszahlen zwar die Erwartungen, dennoch gerät die Aktie nach CEO-Rücktritt und KI-Sorgen deutlich unter Druck.
Der Softwarekonzern Adobe hat zum Start in das Geschäftsjahr 2026 starke Quartalszahlen vorgelegt. Umsatz und Gewinn lagen klar über den Erwartungen der Analysten. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich deutlich an Wert. Das verunsichert Investoren.
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Operativ startete Adobe stark in das neue Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg im ersten Quartal bis Ende Februar um zwölf Prozent auf 6,40 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich rund 6,28 Milliarden Dollar erwartet.
Auch beim Gewinn übertraf der Konzern die Prognosen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 6,06 Dollar und lag damit deutlich über der Analystenschätzung von 5,86 Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich um gut vier Prozent auf 1,89 Milliarden Dollar.
Auch ein Blick aufs grosse Ganze zeigt, dass der Geschäftsgang sich zuletzt wieder klar positiv entwickelt hat, insbesondere bei der Nettogewinnmarge:
Adobe meldete zudem einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 26,06 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen bei 22,22 Milliarden Dollar und zeigen weiterhin eine hohe Nachfrage nach den Cloud-Produkten.
Für das kommende Quartal erwartet Adobe einen Umsatz von 6,43 bis 6,48 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,80 und 5,85 Dollar. Beide Werte liegen über den bisherigen Analystenschätzungen – dennoch bleibt die Nervosität am Markt hoch.
Adobe verliert CEO: Chefwechsel nach 18 Jahren
Allerdings steht ein bedeutender Führungswechsel an: Langzeit-CEO Shantanu Narayen kündigte seinen Rückzug an, sobald der Verwaltungsrat einen Nachfolger bestimmt hat. Narayen arbeitet seit 1998 im Unternehmen und führt Adobe seit Dezember 2007.
Während seiner Amtszeit wandelte sich Adobe grundlegend. Narayen bündelte zentrale Programme wie Photoshop oder Premiere Pro in cloudbasierte Abo-Modelle. Der Jahresumsatz kletterte in dieser Zeit von rund 3,6 Milliarden Dollar auf mehr als 23 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wuchs die Belegschaft von etwa 3.000 auf über 30.000 Mitarbeiter.
Nach seinem Rücktritt will Narayen nur noch als Verwaltungsratsvorsitzender dem Unternehmen dienen und den Übergang begleiten.
KI-Debatte sorgt für Druck auf die Tech-Aktie
Trotz der guten Zahlen reagierten Anleger verstimmt: Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund acht Prozent und fiel auf etwa 250 Dollar. Damit hat das Papier im bisherigen Jahresverlauf bereits rund 25 Prozent an Wert verloren.
Hintergrund: Viele Investoren fürchten die zunehmende Konkurrenz für Adobe durch neue KI-Anbieter, weil generative KI Teile der klassischen Kreativsoftware unter Druck setzen könnte. Adobe versucht, gegenzuhalten und integriert eigene KI-Werkzeuge wie die Firefly-Modelle in seine Produkte. Diese Tools sollen Bilder und Inhalte ohne Urheberrechtsrisiken generieren.
Fazit
Rein operativ sieht es derzeit für Adobe ganz gut aus. Allerdings lassen vorsichtig agierende Anleger den Tech-Giganten vorerst besser auf der Watchlist, da der Chartverlauf der Adobe-Aktie (ISIN: US00724F1012) seit Februar 2024 grausig aussieht und eine Bodenbildung noch nicht erfolgt ist.
Häufige Fragen zu dieser Tech-Aktie:
Zahlt Adobe Dividenden?
Nein, bisher nicht.
Wie hoch ist das KGV der Adobe-Aktie?
Dieses beträgt aktuell lediglich gut 16.
Was sagen die Analysten zu Adobe?
Das Konsensvotum lautet "Kaufen" verbunden mit einem Kursziel von 373 US-Dollar.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Tech-Giganten Index» glücklicher.
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